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Rückschlag für geplante Medizin-Uni des Burgenlandes

Uni-Professor Christian Joukhadar sollte Aufbau der Universität, vor allem die Akkreditierung, maßgeblich mitgestalten. Nun hat man sich von ihm getrennt. Gründe für die Kündigung habe man ihm nicht genannt, beklagt er - und geht vor Gericht.
Medizin-Uni Burgenland

Während Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) in einem offenen Brief seine Vorstellungen zur Zukunft der Gesundheitspolitik auf Bundesebene darlegt, kommt ihm ein zentraler Player seiner burgenländischen Gesundheitspolitik abhanden. 

Uni-Professor Christian Joukhadar, der den Aufbau der geplanten Medizinischen Privatuniversität Burgenland (MPUB) "maßgeblich mitgestalten" sollte, wie es bei seiner Präsentation im Oktober 2025 hieß, hat das MPUB-Team um Geschäftsführer Nikolaus Schermann verlassen.

"Ich kann die Trennung von Professor Joukhadar aufgrund von Auffassungsunterschieden bestätigen", sagte ein Sprecher der Landesholding am Montag auf KURIER-Anfrage. Ob Joukhadar gekündigt wurde oder selbst gegangen ist, blieb ebenso offen wie die Frage, ob seine Position nachbesetzt wird und welche finanziellen Ansprüche der Mediziner allenfalls noch geltend macht.

Von der Landesholding, neben der Gesundheit Burgenland Gesellschafter der MPUB, hieß es dazu nur: "Zu Vertragsinhalten oder arbeitsrechtlichen Fragen können wir keine Auskunft erteilen. Der Aufbau der Uni wird von Nikolaus Schermann vorangetrieben und die personelle Aufstellung wird laufend evaluiert".

Die MPUB soll vorbehaltlich eines "reibungslosen Akkreditierungsprozesses" - für den Joukhadar zuständig war - ab dem Studienjahr 2028/2029 mit dem ersten Bachelorstudiengang am Campus Pinkafeld starten. Die Medizin-Uni ist ob der jüngsten Pläne Doskozils für eine Herzchirurgie in der Klinik Oberwart etwas in den Hintergrund gerückt, unter Experten aber nicht weniger umstritten. 

Joukhadar (56) leitete zuletzt als Dekan die Fakultät für Medizin an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Davor war er u. a. an der Medizinischen Universität Wien. Von seiner neuen Rolle im Burgenland schwärmte er bei seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren: „Die Medizinische Privatuniversität Burgenland eröffnet die Möglichkeit, moderne Ausbildung, praxisorientierte Forschung und regionale Gesundheitsentwicklung eng miteinander zu verbinden. Ich freue mich, meine Erfahrung einzubringen und die Entwicklung der Universität gemeinsam mit dem Team voranzutreiben.“ 

Doskozil war "sehr stolz", dass Joukhadar "für dieses Jahrhundertprojekt" gewonnen werden konnte. 

Was sagt Joukhadar, der sich für den Job auch im Bezirk Oberwart angesiedelt hat? Sein Dienstverhältnis sei am 23. April 2026 arbeitgeberseitig gekündigt worden. "Die Kündigung kam für mich überraschend; Gründe für diese Kündigung wurden mir bislang nicht genannt".

Laut Joukhadar wurde am 29. April auch ein weiteres Mitglied des Professoren-Gründungsteams arbeitgeberseitig gekündigt. Auch dafür seien nach seinem Kenntnisstand bislang keine Gründe genannt worden. "Die zeitliche Abfolge ist aus meiner Sicht auffällig und wird im rechtlich vorgesehenen Rahmen zu klären sein. Da die Angelegenheiten derzeit rechtlich geprüft werden, werde ich zu internen Vorgängen, möglichen Motiven oder rechtlichen Schritten derzeit keine Detailangaben machen. Mir ist wichtig, dass die weitere Klärung sachlich und rechtsstaatlich erfolgt", so Joukhadar zum KURIER.

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