Spatenstich für Klinik Gols nicht vor Ende 2028
Das neue Krankenhaus in Gols wird vom Grazer Büro Ederer & Haghirian geplant. Trotz fixiertem Generalplaner bleibt der Standort umstritten.
Das Burgenland ist für die Architekten Franz Ederer und Armin Haghirian kein Neuland, bereits die neue Klinik in Oberwart ist nach ihren Plänen entstanden. Jetzt hat das Grazer Büro auch den Zuschlag als Generalplaner des Krankenhauses in Gols erhalten.
Die Bietergemeinschaft Ederer, Haghirian Architekten ZT-GmbH und Wendl ZT GmbH haben sich nach einer europaweiten Ausschreibung in einem „mehrstufigen Verfahren“ durchgesetzt, sagten die Projektleiter des Landes, Christian Hofstädter und Josef Strohmaier, am Dienstag in Eisenstadt. Eine fünfköpfige Kommission votierte „einstimmig“ für die Grazer.
Krankenhaus Gols: Grazer Architekten erhalten Zuschlag – Umweltorganisationen protestieren gegen Standort im Schutzgebiet.
Was für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) „ein Weihnachtsgeschenk für Gols und den Bezirk Neusiedl am See“ ist, gereicht nicht allen zu Freude. Weil das Spital, das den Standort Kittsee ersetzt, in einem Natura-2000-Gebiet errichtet werden soll, gab es von Anfang an Proteste – von Bürgerinitiativen und den damals noch oppositionellen Grünen.
Das „Weihnachtsgeschenk für Gols“ sorgt für Streit: Während das Land den Spitalneubau vorantreibt, kündigt ein NGO Widerstand an.
Nachdem die für mehrere Bundesländer zuständigen Umweltorganisation „Pro Thayatal“ aus Niederösterreich Einspruch erhoben hatte, reagierte die regierende SPÖ im März 2024 im burgenländischen Landtag mit einer Gesetzesänderung: Flächenwidmungen öffentlicher Spitäler wurden aus der örtlichen Raumplanung genommen, der Einspruch der NGO ausgehebelt.
„Einbettung in die Umgebung“
Für Doskozil ist damit alles erledigt, für die NGO noch nicht. Manfred Maier, Uni-Professor für Medizin und Obmann von „Pro Thayatal“, kündigt an, „wir und die Bürgerinitiative in Gols verfolgen das Projekt weiter“.
Das neue Krankenhaus in Gols wird vom Grazer Büro Ederer & Haghirian geplant. Der Standort bleibt wegen Naturschutzbedenken umstritten.
Auf den Umstand, dass das „wunderschöne Grundstück in einem Landschaftsschutzgebiet“ in der Nähe des Neusiedler Sees liegt, nehmen auch Ederer und Haghirian Bezug. Das in Teilen maximal dreigeschoßige Gebäude unterschreite die vorgegebene Maximalhöhe von 20 Metern deutlich. Das Gebäude solle möglichst kompakt und zurückhaltend ausfallen und sich in die Umgebung einbetten.
Die Planung dauere mindestens zwei Jahre, so Doskozil. Frühestens Ende 2028 oder Anfang 2029 könne der Spatenstich erfolgen. Ursprünglich war von 2026 die Rede. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, will Doskozil überregionale NGOs aus dem Bewilligungsverfahren ausschließen. Er sei zuversichtlich, dass das landesgesetzlich gehe.
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