Millionen für Bahn, aber Burgenlands Pendler brauchen weiter Geduld
Die Mattersburger Bahn wird umfassend modernisiert. Für Pendler bedeutet das vorerst Sperren und Ersatzverkehr.
Der öffentliche Verkehr im Burgenland steckt derzeit in einer widersprüchlichen Phase: Einerseits wird so viel in die Bahn investiert wie seit Jahren nicht mehr, andererseits bedeutet das für viele Pendlerinnen und Pendler zunächst Baustellen, Sperren und Ersatzbusse statt kürzerer Fahrzeiten.
Besonders sichtbar wird das auf der Mattersburger Bahn. Die Strecke zwischen Wiener Neustadt und Loipersbach-Schattendorf wird bis 2027 elektrifiziert, Bahnhöfe und Haltestellen werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut, Gleise erneuert. Laut ÖBB fließen knapp 143 Millionen Euro in das Projekt.
Seit 9. Februar ist die Strecke bis 12. Dezember 2026 gesperrt. Zwischen Wiener Neustadt und Sopron fährt ein Schienenersatzverkehr. Für Pendler bedeutet das längere Fahrzeiten und Umstellungen im Alltag.
Weitere Sperren ab Juni
Ab Juni kommen zusätzliche Einschränkungen dazu. Wegen Arbeiten an Unterführungen werden mehrere Bahnübergänge gesperrt. In Katzelsdorf betrifft das die Eisenbahnkreuzung L4090/Sägewerksiedlung von 3. Juni bis 12. Dezember. Beim Bahnhof Neudörfl gilt die Sperre von 22. Juni bis ebenfalls 12. Dezember. Zusätzlich wird in Katzelsdorf von 14. bis 30. August die Eisenbahnkreuzung Leithakoloniestraße gesperrt.
Der Verkehr wird teilweise über die S4 und Landesstraßen umgeleitet. Auch in Wiener Neustadt stehen Arbeiten an Oberleitungsmasten an. Die ÖBB kündigten dabei mögliche nächtliche Lärm- und Staubbelastungen an.
Viadukt Bad Sauerbrunn mit Betonfundamenten für Lift und Stiegen als Bahnsteigzugang.
Langfristig soll das Projekt jedoch entscheidende Verbesserungen bringen. Die Elektrifizierung soll moderne und barrierefreie Züge ermöglichen, den Lärm reduzieren und direkte Zugverbindungen aus dem Mittelburgenland bis Wien schaffen. Zusätzlich werden Park&Ride- sowie Bike&Ride-Anlagen ausgebaut.
Ebenfurter Schleife verzögert sich weiter
Während auf der Mattersburger Bahn gebaut wird, bleibt ein anderes Schlüsselprojekt weiterhin offen: die Ebenfurter Schleife. Sie soll die Pottendorfer Linie mit der Strecke Richtung Burgenland verbinden und die Verbindung zwischen Eisenstadt und Wien deutlich beschleunigen.
Laut aktuellen Berechnungen wären rund elf Minuten Zeitersparnis je Richtung möglich. Für tägliche Pendler würde das eine Verkürzung von rund 22 Minuten pro Tag bedeuten.
Der Baustart verschiebt sich jedoch erneut. Ursprünglich hätte der Bau bereits heuer beginnen sollen. Laut ÖBB-Projektleiter Thomas Schöfmann ist ein Baustart nun frühestens 2029 oder 2030 realistisch. Der erste direkte Zug könnte damit erst Anfang der 2030er-Jahre fahren.
Grund dafür ist ein langwieriges Verfahren rund um das Natura-2000-Gebiet, durch das die Strecke führen soll. Eine Bürgerinitiative hatte Beschwerde gegen das Projekt erhoben. Das Bundesverwaltungsgericht hob Teile der Genehmigung wegen Zuständigkeitsfragen auf. Nun muss der Verwaltungsgerichtshof entscheiden.
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