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Wie das Burgenland nur „gute Zahlen“ kommuniziert

Ob beim Geschäftsbericht der Spitäler oder dem Rating für die Landesfinanzen - das Land informiert selektiv.
Thomas Orovits
KH Oberwart

Wie hält es die Landesregierung mit der Transparenz? Diese Frage stellt sich einmal mehr beim Geschäftsbericht der Gesundheit Burgenland fürs Jahr 2025.

Die – mittlerweile auf 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsene – Kommunikationsabteilung der Landesholding schickte am Montag eine Presseaussendung mit dem Titel „Burgenlands Kliniken verzeichnen Rekordzahlen“ an die Redaktionen, gespickt mit ausführlichen, von Selbstlob nicht ganz freien, Zitaten von LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) und dem neuen Geschäftsführer der Krankenanstaltengesellschaft, Florian Schlechtleitner. Genannt werden freilich nur positive Zahlen. 

Unter den zehn „wichtigsten Kennzahlen“ finden sich etwa Patienten- und Geburtenzahlen sowie – als einzige ökonomische Kennziffer – der gestiegene Umsatz. Erspart haben sich die Kommunikatoren des Landes die nicht ganz so positiven Daten, etwa den Jahresfehlbetrag von knapp 19 Millionen Euro, der bilanziell nur durch Auflösung einer Gewinnrücklage ausgeglichen werden konnte, oder den Anstieg der Bankverbindlichkeiten um 71 Millionen Euro auf 257 Millionen (der KURIER hat auch darüber berichtet).

Und erspart hat man sich vor allem auch die Übermittlung des gesamten Geschäftsberichts (mit allen Zahlen) oder zumindest eines Links dazu. Wenn das Land darauf gehofft haben sollte, die Medien würden sich mit der selektiven Aussendung begnügen, wurde es – leider – nicht ausnahmslos enttäuscht. Mancherorts wurde die rosarote Regierungsmeinung übernommen.

Negativer Ausblick

Dass das Weglassen kein Einzelfall ist, wurde auch im jüngsten Bericht des Landesrechnungshofs aufgezeigt: Bis Oktober 2024 veröffentlichte das Land voller Stolz seine bei Standard & Poor’s in Auftrag gegebenen Ratingberichte. Als die Agentur den Ausblick im April 2025 von stabil auf negativ änderte, kommunizierte das Land: „Rating erneut bestätigt“, nicht jedoch den negativen Ausblick.

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