© Oper im Steinbruch/Armin Bardel

Chronik Burgenland
08/29/2019

Kulturevents bringen mehr Gäste und halten sie länger im Land

Steigende Ankünfte und Nächtigungen in den bisherigen Sommermonaten – auch dank Mörbisch und St. Margarethen

von Michael Pekovics

120.000 Besucher sahen heuer das „Land des Lächelns“ der Seefestspiele Mörbisch (Auslastung: 80 Prozent). 91.000 Gäste ließen sich die „Zauberflöte“ im Steinbruch von St. Margarethen nicht entgehen (Auslastung: 93 Prozent). Beide Vorstellungen gesehen hat das Ehepaar Edeltraud und Karl Wittmann aus Didelfing in Niederbayern, das eine Woche zu Gast im Burgenland war und sogar noch das Glück hatte, als 110.000ste Besucher des Schlosses Esterhazy einen kulinarischen Geschenkkorb mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Kulturtouristen bleiben länger

Dass die Kulturveranstaltungen ihren Teil zu den positiven Tourismuszahlen beitragen, weiß auch Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ). Der freut sich zum einen über einen guten touristischen Juli mit einem Plus von 3,1 Prozent bei den Ankünften (144.506 Gäste), ärgert sich zum anderen aber darüber, dass sich das Burgenland dem europaweiten Trend zu mehr Kurzurlauben mit geringerer Aufenthaltsdauer nicht entziehen kann.

Doch gerade Kulturtourismus bietet Chancen, diese Entwicklung zumindest einzudämmen. In Mörbisch konnten etwa Betriebe, die Kombi-Angebote aus Oper und Seefestspielen anboten, die Aufenthaltsdauer von 3,6 auf 4,2 Tage erhöhen. Generell hat die Beilegung des Streits zwischen Land und Esterhazy und der damit verbundene Neustart der Oper im Steinbruch St. Margarethen nachweisbar positive Effekte auf die Tourismuszahlen.

Vor allem in Mörbisch blieben 2018, dem Jahr ohne Oper , die Gäste aus – der damalige Rückgang von 11 Prozent konnte heuer aber bereits fast wieder wettgemacht werden. Künftig soll noch besser zusammengearbeitet werden, laut Landesrätin Astrid Eisenkopf ist etwa die Installierung einer gemeinsamen Ticket-Börse geplant.

Ebenfalls positiv entwickeln sich die Besucherzahlen im Schloss Esterhazy in Eisenstadt, das heuer vier Dauer- und zwei zeitgenössische Ausstellungen im Programm hat. Der 100.000ste Besucher wurde bereits Ende Juni gezählt, so früh wie noch nie.

Hier ist am meisten los

Spitzenreiter im touristischen Juli war aber wieder einmal Podersdorf, das mehr auf Sport, Spaß und Unterhaltung als auf Kultur setzt. Mit knapp 29.000 Ankünften (plus 1,3 %) und mehr als 92.000 Übernachtungen (plus 0,7 %) konnte Platz 1 gegenüber dem im Sommer eher weniger gut gebuchten Bad Tatzmannsdorf sogar ausgebaut werden. Das größte Plus der Top-20-Gemeinden verzeichnete Eisenstadt mit 64,1 % vor Parndorf mit 42,2 und Stegersbach mit 16,5 %.

Mit dem Herbstgold- sowie mit dem Kulinarik-Festival Pan O‘Gusto in Eisenstadt stehen heuer noch zwei Höhepunkte auf dem Programm. Im kommenden Jahr setzen die Kulturmanager auf Musical- und Asia-Flair: In Mörbisch wird die „West Side Story“ gespielt und in St. Margarethen wird es bei Puccinis Oper „Turandot“ dramatisch.