Das geplante Kloster in St. Andrä sorgt für Konflikte

© /Natascha Marakovits

St. Andrä/Zicksee
03/01/2017

Kloster-Gegner werfen dem Bürgermeister "Willkür" vor

Am Dienstag endete Nachfrist für Unterstützer einer Volksabstimmung. Jetzt ist Land am Zug.

von Thomas Orovits

Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ) rechnet damit, dass kommende Woche geklärt ist, ob in St. Andrä am Zicksee das Volk über den Bau eines orthodoxen Klosters abstimmt. Wie berichtet, hatte ein Personenkomitee rund um Gerhard Mauersics Unterschriften zur Einleitung einer Volksabstimmung gesammelt. Er habe nichts gegen ein Kloster, aber der Standort neben einer Wohnsiedlung sei falsch, lautet die Kritik. "Es wird dort kein Kreml gebaut", konterte die Diözese.

381 Unterstützungserklärungen wurden Ende Jänner im Gemeindeamt abgegeben, allerdings blieben nur 236 "nicht beanstandet", sagt Mauersics. Etliche seien unvollständig gewesen, so fehlten laut Bürgermeister Postleitzahl oder Ortsname.

Nachfrist

Am gestrigen Faschingdienstag endete die Nachfrist zur Vervollständigung mangelhafter Erklärungen. Mauersics hat 136 nachgereicht, in Summe ergibt das 372. Zur Durchführung einer Volksabstimmung sind zumindest 329 gültige Unterstützungserklärungen notwendig, ein Viertel der Wahlberechtigten in der Seewinkelgemeinde. Dass Goldenitsch die 372 Unterschriften nun ins Eisenstädter Landhaus schicken will, wo Experten der Gemeindeabteilung bis Anfang kommender Woche prüfen sollen, hält Mauersics für einen "Willkürakt" des Ortschefs. Das lasse man sich nicht gefallen und prüfe rechtliche Schritte, erklärte Mauersics dem KURIER. Dennoch zweifelt er nicht am Zustandekommen des Plebiszits. "Selbst wenn sie wieder 40 Unterschriften streichen, haben wir noch genug", sagt Mauersics. An einem anderen Standort habe er nichts gegen ein Kloster, etliche Grundeigentümer wären zum Tausch mit der Diözese bereit.

Goldenitsch kann am Klosterbau nichts Verwerfliches finden. Die Mönche wollten mit der nahen Therme St. Martin kooperieren und der Park werde auch für die Ortsbevölkerung zugänglich sein. Übrigens: Schon einmal wurde dem Volk in St. Andrä ein Bauprojekt zur Abstimmung vorgelegt – und die Wasserrutsche im Seebad steht noch immer.

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