Chronik | Burgenland
03.05.2017

Kloster-Freunde geben Hoffnung nicht auf

St. Andrä. Martin Neuberger glaubt an anderen Standort in Gemeinde; Volksabstimmung ist fix.

Ist St. Andrä als Standort für das erste orthodoxe Kloster Österreichs endgültig aus dem Rennen, nachdem Metropolit Arsenios Kardamakis in der Vorwoche das Ansuchen auf Umwidmung des Grundstücks bedauernd zurückgezogen hat (der KURIER hat berichtet)?

Nein, glaubt Martin Neuberger, Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Klosters. Der 61-jährige Lehrer an einer Neuen Mittelschule setzt im KURIER-Gespräch just Hoffnungen in die von Klostergegnern erzwungene Volksabstimmung am 11. Juni und übt Kritik an SPÖ-Bürgermeister Erich Goldenitsch.

Nach der Absage durch Kardamakis sei die Stimmung unter den Kloster-Freunden zunächst "sehr gedrückt" gewesen, weil so knapp vor der Ziellinie niemand mit einem Rückzug gerechnet habe. Mittlerweile sage man sich aber "jetzt erst recht". Auf dem bis dato vorgesehenen Grundstück werde es wohl definitiv kein Kloster geben, aber theoretisch sei auch ein anderes Grundstück in St. Andrä möglich. "Die Gegner haben betont, sie seien nicht gegen ein Kloster, sondern nur gegen den Standort", erinnert Neuberger. Jetzt liege der Ball bei der Gemeinde, "da gab es bisher große Versäumnisse", klagt Neuberger. "Warum hat sich unser Bürgermeister nicht klipp und klar zum Kloster bekannt? Wir hatten die Chance, Symbol für ein friedliches Miteinander zu werden. Jetzt droht St. Andrä zum Symbol für Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu werden".

Volksabstimmung fix

Seit Mittwoch ist fix, dass die Volksabstimmung am 11. Juni plangemäß stattfindet, bestätigte Goldenitsch dem KURIER. Der Bescheid dafür sei schon rechtskräftig, eine Absage gar nicht mehr möglich. Ob ein eindeutiges Ja beim Plebiszit ausreiche, Kardamakis umzustimmen, sei Spekulation, meint Neuberger. "Aber wir Optimisten klammern uns an diesen Strohhalm". Dass sich der Gemeinderat einstimmig für den Sakralbau ausgesprochen und der Bürgermeister betont hat, dass er das Kloster wolle, sei die halbe Wahrheit, wirft Neuberger ein. "Bei jedem Projekt gibt es Gegner, aber ein Bürgermeister muss dafür sorgen, dass daraus kein Schaden für die Gemeinde entsteht". Warum haben die Kloster-Freunde nicht stärker mobilisiert? "Wir haben keine Befugnisse, irgendetwas zu entscheiden", man könne nur informieren. Neuberger: "Ich glaube, dass wir alles versucht haben".