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Jeder ist käuflich? „Das haben Sie gesagt“

An der höchst umstrittenen Herzchirurgie in Oberwart hält Hans Peter Doskozil fest. Wie es mit der geplanten medizinischen Privatuniversität weitergeht, soll im Herbst entschieden werden.
KH Oberwart

Nichts ist dieser Landesregierung so wichtig wie die Gesundheit. Nicht von ungefähr widmet sich das erste von 30 Kapiteln im rot-grünen Regierungsprogramm diesem Thema. Neben dem Erhalt aller fünf Spitalsstandorte werden auch „spitzenmedizinische Leistungen für die Bevölkerung in allen Landesteilen“ versprochen. Bei zwei dieser spitzenmedizinischen Angebote gab es zuletzt heftigen Gegenwind.

Im Herbst 2028 soll in Pinkafeld die medizinische Privatuniversität (MPUB) des Landes starten. Wie der KURIER berichtete, wurden zwei Mediziner aus dem fünfköpfigen Team zum Aufbau der Uni Ende April völlig überraschend wegen „Auffassungsunterschieden“ gekündigt. Vor zwei Wochen wurde das Vertragsverhältnis mit einem dritten Arzt einvernehmlich beendet. Während die gekündigten Mediziner Christian Joukhadar und Roland Schlesinger ihren Rauswurf vor Gericht bekämpfen, will Uni-Professor Mircea-Constantin Sora dem Vernehmen nach die MPUB hinter sich lassen und äußert sich nicht.

Allein oder mit Partner

Wie es mit der MPUB nach diesem Aderlass weitergeht, beantwortet Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch in der Klinik Oberwart so: Momentan würden mehrere Varianten geprüft. Denkbar sei etwa eine Partnerschaft mit einer bestehenden Universität und einem Standort im Burgenland oder man verfolge den bisherigen Plan einer eigenständigen Uni im Land weiter. Im Herbst soll eine Entscheidung fallen. Die Partnerschaft mit einer bestehenden Uni wäre fürs Land viel günstiger.

Die Frage, ob allein oder partnerschaftlich stellt sich auch bei der Abteilung für Herzchirurgie, die das Land Mitte März per Bescheid bewilligt hat. 

Zahlreiche Uni-Professoren hatten vor einer „Zersplitterung“ gewarnt und die bundesweit bestehenden neun herzchirurgischen Zentren als ausreichend beurteilt. Das hat Doskozil ebenso wenig beirrt, wie die Weigerung der Bundes-Zielsteuerungskommission unter dem Vorsitz einer Parteifreundin, die Oberwarter Herzchirurgie in die überregionale Versorgungsplanung aufzunehmen. Angesichts monatelanger Wartezeiten auf Operationen müsse man handeln, so Doskozil gestern. 

„Die Herzchirurgie wird es noch geben, wenn es die Verantwortlichen im Bund nicht mehr gibt.“ Auf den Einwand, dass sich auch zahlreiche renommierte Herzchirurgen gegen die burgenländischen Pläne gestellt haben, entgegnet Doskozil sinngemäß: Würde das Land diese Mediziner zur Mitarbeit einladen, wäre ihre Haltung ganz anders. „Jeder ist käuflich?“, fragt der KURIER. Doskozil: „Das haben Sie gesagt“.

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