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Chronik Burgenland
06/30/2012

Jagd nach dem Top-Job

Landespolizeidirektor: Die Ausschreibung für den künftigen Chef von rund 1550 Mitarbeitern hat begonnen. Erhard Aminger ist Top-Favorit.

Seit Dienstag dieser Woche läuft die einmonatige Ausschreibungsfrist für den nächsten Top-Job im Burgenland. Nachdem zuletzt  unter mehr oder weniger lautem Getöse Führungsposten bei AMS, Bewag und Landesrechnungshof (neu)besetzt wurden, wird nun für die per  1. September 2012 neu geschaffene Position des Landespolizeidirektors ein  Chef oder eine Chefin gesucht.

Die Neubesetzung ist Teil einer österreichweiten Polizeireform, die ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer im vergangenen Spätherbst präsentiert hatten. Kernpunkt: Die bundesweit bisher 31 Sicherheitsbehörden werden auf neun Landespolizeidirektionen verschlankt (siehe Zusatzbericht).

Im Burgenland bedeutet dies: Sicherheitsdirektion (Leiter: Erhard Aminger), Bundespolizeidirektion Eisenstadt (Ulrike Weiß) und Landespolizeikommando (Nikolaus Koch) mit rund 1550 Mitarbeitern werden zusammengeführt.

Top-Favorit Nachdem Koch in Pension geht, gilt Aminger als erster Anwärter auf den  Spitzen-Job. "Ja, ich werde mich bewerben. Es ist eine spannende und herausfordernde Tätigkeit, der ich mich stellen möchte", sagt der 48-jährige Jurist, der seit 1999 an der Spitze der Sicherheitsdirektion steht – so lange wie kein Kollege in den übrigen Bundesländern.

Der Loipersbacher Aminger hat bei der Wiener Polizei begonnen, war bei der Alarmabteilung WEGA und  Leiter der Eisenstädter Außenstelle des Bundesasylamtes.

Dass Aminger das Rennen macht, gilt in Polizeikreisen und der Landespolitik  als fix, hat doch Landeshauptmann Hans Niessl ein gewichtiges Wort mitzureden. Die Ministerin muss mit dem jeweiligen Landeschef Einvernehmen herstellen. Und anders als zu Mikls Vorgängerin Maria Fekter hat Niessl mit der aktuellen Ressortchefin das beste Einvernehmen.

Aminger ist bekennender Sozialdemokrat und derzeit SP-Bürgermeister von Loipersbach. Ob er bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen am 7. Oktober wieder antreten wird, lässt der passionierte Jäger noch offen. Rein rechtlich spricht nichts gegen den politischen Nebenjob, allerdings ist der Polizeidirektor  "mächtiger" als der Sicherheitsdirektor, die Optik könnte demnach ein Problem werden, und  im Zweifel würde Aminger wohl auf die Kommunalpolitik verzichten – zumal  die Bestellung in seinem Fall  eine unbefristete wäre. Warum? Weil es sich, vereinfacht gesagt, um eine Wiederbestellung handeln würde.

Konkurrenz

Eine Bewerbung bestätigt auch der derzeitige stellvertretende Landespolizeikommandant Werner Fasching, 50, in früheren Jahren fünffacher Weltmeister bei den Sportschützen. Auch Christian Stella aus dem Kabinett der Innenministerin soll Interesse haben, der im Burgenland verheiratete  Beamte weilt auf Urlaub und war nicht erreichbar.

Im Gespräch sind auch Ronald Reiter, Vize-Sicherheitsdirektor und Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Rainer Erhart, Chef des Landeskriminalamtes, und Eisenstadts Polizeichefin Ulrike Weiß.

"Ich überlege mich zu bewerben, es ist aber noch nicht fix", erklärt der 37-jährige Jurist Reiter. Noch zurückhaltender sind Erhart und Weiß, eine Bewerbung sei "nicht ausgeschlossen".

Weil aber Aminger als Nummer eins gesetzt scheint, dürften sich aus diesen Kandidaten die beiden Stellvertreter des Landespolizeidirektors rekrutieren, deren Positionen  erst später ausgeschrieben werden. Beste Karten für den operativen und juristischen Vize haben Fasching und Stella. Fasching könnte sich aber noch mit Reiter matchen müssen.

Ein Name, der im Vorfeld der Ausschreibung immer wieder fiel, ist Niessl-Büroleiter Hans Peter Doskozil. Er  galt als Wunschkandidat der Polizeibeamten, weil dem Südburgenländer aus seiner Zeit im Innenministerium ob seiner konsensualen Art ein guter Ruf  geblieben ist. Aus SPÖ-Kreisen war jedoch zu erfahren, Doskozil sei Niessl im Wort, ihn durch die Landtagswahl 2015 zu begleiten. Doskozil winkt ab: "Ich bin kein Kandidat."

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