IT-Leiter wird Betriebsratschef an der Medizin-Uni
Die medizinische Privatuniversität Burgenland GmbH (MPUB) hat seit Dienstag einen Betriebsrat, Vorsitzender ist Markus Laussermayer. Was unspektakulär klingt, hat eine brisante Vorgeschichte.
Denn just im Zusammenhang mit der Bildung eines Betriebsrates sollen zwei Mediziner Ende April gekündigt worden sein – Uni-Professor Christian Joukhadar und Doktor Roland Schlesinger bekämpfen die Kündigung vor Gericht.
Schlesinger wollte dem Vernehmen nach selbst kandidieren, was der Geschäftsführung der im Aufbau befindlichen Uni mit Standorten in Pinkafeld und Oberwart nicht gefallen haben soll. Im zweiten Versuch dürfte es keine Probleme gegeben haben. Laussermayer ist zwar kein Mediziner, sondern IT-Leiter (die Landesholding weigerte sich übrigens, Laussermayers Profession zu nennen), er dürfte aber das Vertrauen von MPUB-Geschäftsführer Nikolaus Schermann genießen. Gelegentlich soll er als „rechte Hand Schermanns“ bezeichnet worden sein.
Freude allerorten
„Ich freue mich sehr über die Konstituierung des Betriebsrates und das eindeutige Wahlergebnis“, wird Schermann in einer Aussendung zitiert. Er freue sich „auf eine konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne einer erfolgreichen Weiterentwicklung der MPUB“. Vor seinem Avancement zum Geschäftsführer der Landesgesellschaft war Schermann u. a. 15 Jahre Direktor der Mittelschule Oberwart und im Büro von Hans Peter Doskozil (SPÖ), als der noch Verteidigungsminister war.
Laussermayer bedankte sich „bei der Geschäftsführung der MPUB für die uneingeschränkte organisatorische Unterstützung bei der Durchführung der Betriebsratswahl“. Indes werden die „fachlichen und organisatorischen Arbeiten für den Aufbau der Privatuniversität und die institutionelle Akkreditierung konsequent fortgesetzt“, teilte die Holding mit. Die Uni soll ab Herbst 2028 mit dem ersten Bachelorstudiengang starten.
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