Industrie im Burgenland mit besserer Stimmung
Die Industriekonjunktur im Burgenland zeigt im zweiten Quartal 2026 eine spürbare Verbesserung.
Die Industriekonjunktur im Burgenland zeigt im zweiten Quartal 2026 eine spürbare Aufhellung. Das Konjunkturbarometer erreicht den höchsten Wert seit dem vierten Quartal 2021 und liegt damit über dem gesamtösterreichischen Niveau.
Vor allem die aktuelle Geschäftslage wird deutlich besser bewertet. 61 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sie als gut – ein Wert, der zuletzt im vierten Quartal 2022 erreicht wurde. Auch die Einschätzung der Auftragsbestände hat sich verbessert, bleibt aber unter früheren Höchstwerten.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Auslandsaufträgen. Der entsprechende Saldo liegt wieder deutlich über der Nulllinie, kann jedoch nicht an das Niveau vor der Coronapandemie sowie an die Jahre 2021 bis 2023 anschließen.
Ausblick bleibt gedämpft
Trotz der positiven Momentaufnahme fallen die Erwartungen für die kommenden Monate zurückhaltend aus. Bei den Verkaufspreisen rechnen 16 Prozent der Unternehmen mit steigenden Preisen, während 21 Prozent von sinkenden Preisen ausgehen. Die Mehrheit erwartet stabile Preise.
Auch beim Beschäftigtenstand zeigt sich eine vorsichtige Entwicklung. Nur noch 12 Prozent der Betriebe gehen von steigenden Mitarbeiterzahlen aus – halb so viele wie im Vorquartal. Der überwiegende Teil rechnet mit einer gleichbleibenden Beschäftigung, ein kleiner Anteil erwartet Rückgänge.
Besonders deutlich wird die Zurückhaltung beim Blick auf die Geschäftslage in sechs Monaten. 67 Prozent gehen davon aus, dass diese durchschnittlich bleibt, 18 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, nur 15 Prozent erwarten eine gute Entwicklung.
Forderung nach Reformen
Für Christian Strasser, Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland, sind die aktuellen Zahlen zwar positiv, der Trend aber noch nicht abgesichert. „Die aktuellen positiven Werte sind sehr erfreulich“, sagt er. „Allerdings bleibt abzuwarten, ob der Aufwärtstrend tatsächlich anhält.“
Strasser verweist auf strukturelle Herausforderungen. Österreich habe mit rund 44 Prozent eine der höchsten Abgabenquoten in der EU. „Wir haben ein Ausgaben-, und kein Einnahmenproblem.“
Als Belastungsfaktoren nennt er hohe Energie-, Personal- und Bürokratiekosten sowie eine im internationalen Vergleich höhere Inflation. Um einen nachhaltigen Aufschwung zu erreichen, brauche es Reformen, insbesondere im Gesundheits- und Pensionssystem.
Pilotcharakter der Daten
Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 32 Unternehmen mit insgesamt 4.203 Beschäftigten. Bewertet wurden aktuelle Lage, Auftragsbestand sowie Erwartungen für die kommenden Monate.
Das Bild ist damit klar: Die Industrie im Burgenland hat sich zuletzt erholt. Ob daraus ein stabiler Aufschwung wird, bleibt offen.
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