Impfen ist nicht so simpel, wie es im ersten Moment klingt: Dazu gehört auch viel Bürokratie

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Chronik Burgenland
01/08/2021

Impfen in Heimen? "Das hört sich einfacher an, als es ist"

Pflegeheime kämpfen mit logistischem Aufwand und Impfskepsis unter den Mitarbeitern.

von Michael Pekovics

In der Theorie ist so gut wie alles einfacher als in der Praxis. Diese Erfahrung machen gerade zahlreiche Betreiber von Pflege- und Altersheimen, deren Bewohner und Mitarbeiter ganz vorne in der Impfschlange stehen.

Denn vor dem Startschuss – im Burgenland fällt dieser am 18. Jänner – sind umfangreiche Vorbereitung notwendig, damit am Tag X auch alles reibungslos funktioniert.

Zunächst müssen der Bedarf erhoben und die Einverständniserklärungen der Bewohner und Mitarbeiter gesammelt werden, anschließend wird auf der Homepage der Bundesbeschaffungs GmbH gemeldet, wie viele Impfdosen benötigt werden.

„Bis Sonntag haben wir dafür noch Zeit“, sagt Marc Seper, Geschäftsführer der Diakonie, die im Südburgenland mehrere Pflege- und Altersheime betreibt.

Bei der Erhebung zeigte sich, dass die Impfskepsis unter den Angestellten im Pflegebereich überraschend hoch sein dürfte, zumindest im südlichen Burgenland. Denn zu Beginn waren nur wenige seiner rund 150 Mitarbeiter an einer Impfung interessiert. „Vielleicht 10 Prozent“, schätzt Seper.

Aufklärung und Information

Durch Informationsveranstaltungen in Kooperation mit Hausärzten und viel Aufklärungsarbeit soll jetzt das Interesse gesteigert werden. „Am Ende des Tages kommen wir vermutlich an die 50 Prozent“, hofft Seper. „Aber die Überzeugungsarbeit bleibt an uns hängen. Schließlich sind wir als Heimbetreiber froh, dass es endlich eine Impfung gibt.“

Seper geht aber davon aus, dass die Impfbereitschaft seiner Mitarbeiter im Lauf der Zeit steigen wird. Im Gegensatz dazu ist das Interesse der Bewohner deutlich höher, vier von fünf wollen sich impfen lassen.

„In Summe werden wir zum Start für unsere drei Häuser etwas mehr als 200 Impfdosen benötigen“, schätzt Seper. Ob sein Bedarf am 18. Jänner auch erfüllt werden kann, sei derzeit noch fraglich. „Wenn wir zuwenig bekommen, müssen wir fragen, ob jemand verzichtet.“

Auch die Verabreichung selbst muss organisiert werden, in Oberwart greift man auf die guten Kontakte zu den regionalen Hausärzten zurück. Weil die meisten Pflegeheime aber keinen Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte Elga haben, braucht es ein eigenes Tablet des Ministeriums, wo die Impfungen genau dokumentiert werden müssen. „Das hört sich von der Politik immer einfacher an, als es dann auch ist“, sagt Seper.

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