100 Jahre Imkereiverband: Warum Bienen im Burgenland wichtig sind
Anja Haider-Wallner mit Landesobmann Herbert Grafl, Julia Mainx und Daniela Neururer vom Imkereiverband.
Seit 100 Jahren begleitet der Burgenländische Imkereiverband die heimische Bienenzucht. Anlässlich des Jubiläums gratulierte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und würdigte die Arbeit der burgenländischen Imkerinnen und Imker. Gefeiert wurde unlängst bei der Landesimkertagung in Bad Tatzmannsdorf.
Heute betreuen rund 700 Imker mehr als 14.000 Bienenvölker im Burgenland. Nur etwa 15 Prozent sind im Haupterwerb tätig, die große Mehrheit betreibt die Imkerei im Neben- oder Hobbyerwerb. Die jährliche Honigmenge schwankt je nach Witterung und Tracht zwischen rund 15 und 35 Kilogramm pro Volk.
Der Verband ist breit organisiert: Laut Grünem Bericht umfasst er 41 Ortsverbände und ist Teil der österreichweiten Struktur „Biene Österreich“. Seine Aufgaben gehen über eine klassische Interessenvertretung hinaus. Das Spektrum reicht von Wanderlehrern und Fachreferaten bis zu Themen wie Laboruntersuchungen, Honiggütesiegel oder Königinnenzucht. Auch Bereiche wie Bienengesundheit, ökologische Bienenhaltung, Tracht oder Zucht sind Teil der Arbeit. Schulungen behandeln unter anderem Varroa, Bienenkrankheiten, Lebensmittelhygiene und Bienengenetik.
Neophyten und die Bienen
Beim Treffen mit Haider-Wallner standen auch die Maßnahmen der geplanten Neophyten-Offensive des Landes im Fokus. Diese konzentriert sich auf Naturschutzgebiete und ökologisch wertvolle Flächen, in denen invasive Arten zurückgedrängt werden sollen. Dabei äußerten Imker Bedenken zur Robinie als wichtiger Trachtpflanze.
Anja Haider-Wallner betonte jedoch, dass ein flächendeckendes Zurückdrängen nicht vorgesehen sei. „Enge Abstimmung und Zusammenarbeit sind Erfolgsfaktoren, um den Schutz unserer Natur und deren nachhaltige Nutzung in Einklang zu bringen. Die Imker sind unverzichtbare Partner“, so Haider-Wallner.
Der Imkereiverband investiert auch bereits in die nächste Generation. An der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Güssing wurden eigene Bienenstöcke etabliert, für die dort erzeugten Produkte konnte man sich bereits mehrfach über Auszeichnungen freuen. In der LFS Eisenstadt ist zudem die Einführung der Bienenhaltung und des Unterrichtsfachs Bienenwirtschaft geplant.
Kommentare