© Bernhard Bergmann/Hotel Larimar

10/02/2021

Südburgenländische Hoteliers üben den Aufstand

Hoteliers aus Stegersbach überlegen eigenen Marketingverein zu gründen und üben Kritik an der neuen Tourismus-Struktur. Tourismus-Geschäftsführer Ochsenhofer: „Sind für alle Betriebe da“

von Roland Pittner

Seit Juli ist der Tourismus im Burgenland neu aufgestellt. Drei Regionalverbände kümmern sich um Beherbergungsbetriebe, Touristen und Gemeinden. Im Südburgenland regt sich erster Unmut über die neue Situation.

„So haben wir uns das nicht vorgestellt, es gibt keine Konzepte und keinen Kontakt mit uns Zimmervermietern“, sagt Johann Haberl im KURIER-Gespräch. Der Gastwirt, der in Stegersbach das Larimar Hotel betreibt, ist nicht zufrieden mit den neuen Strukturen.

Untermauert wird die Kritik auch von Rückgängen bei den Ankünften und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Von Jänner bis August verzeichnet der Süden ein Minus bei den Ankünften von 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Es fehlt ein Marketingkonzept, zumindest wurde uns noch nichts präsentiert“, sagt Haberl. In Stegersbach werde auch die Gründung eines eigenen Marketingvereins angedacht.

Ein weiterer Kritikpunkt von mehreren Unternehmern ist die Kombination des Bonus-Tickets des Landes und der Burgenland-Card, wie auch Wirtschaftskammer Spartenobmann Franz Perner bestätigt. Nur Betriebe, die diese Karte, die Eintritte in Freibäder, Museen oder auf die Burgen des Südens beinhaltet, dürfen die 75 Euro Bonus für die Touristen vom Land gutschreiben. Doch die Kosten von zwei Euro pro Gast und Nacht müssen die Gastwirte tragen, für viele Hoteliers kein lukratives Geschäft.

„Hier fühlen wir uns schon etwas unter Druck gesetzt“, sagt Delia Fritz-Tönnissen von der Pension Garni Thermensonne in Henndorf, Bezirk Jennersdorf. Denn wegen des Bonustickets hätten schon viele Touristen angerufen. Da die meisten Gäste in die Therme nach Loipersdorf fahren, sei die Burgenland-Card nicht interessant. „Wir wollen den neuen Geschäftsführern Zeit geben, bis es ins Laufen kommt – es muss ein Zusammenspiel sein zwischen den Unternehmern und Tourismusverbänden“, sagt Perner.

Konstruktive Gespräche

Tourismusgeschäftsführer Martin Ochsenhofer versteht die Kritik nicht: „Wir sind für die gesamte Region mit 350 Betrieben zuständig und nicht für ein paar große Hotels.“ Keinen Kontakt zu den Betrieben will sich Ochsenhofer nicht vorwerfen lassen. „Ich war in den vergangenen 80 Tagen bei 40 Betrieben und wir hatten konstruktive Gespräche“. Die Burgenland-Card mit dem Bonusticket zu verknüpfen „tragen wir in den Verbänden mit und wollen das Angebot noch weiter ausbauen“, sagt Ochsenhofer.

Denn für kleinere Betriebe könnten die Angebote der Bonuskart wichtig sein. „Man muss diesem Produkt die Chance geben zu wachsen“, meint Ochsenhofer. In anderen Bundesländern funktionieren diese Karten bereits gut, meint der Touristiker. Es werde auch an grenzüberschreitenden Angeboten, für die Karte gearbeitet. „Generell haben wir noch sehr viel vor und arbeiten wirklich hart für die Betriebe“, sagt Ochsenhofer.

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