Symbolbild

© APA/dpa/Christoph Schmidt

Ungarn
07/23/2019

Horrorfahrt für 16 Migranten im Laderaum eines Lieferwagens

Die Polizei in Ungarn hat bei Sopron 16 Migranten im geschlossenen Laderaum eines Lieferwagens entdeckt.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Flüchtlingstragödie von Parndorf, bei der am 26. August 2015 insgesamt 71 Menschen qualvoll in einem in einer Pannenbucht der A4 abgestellten Kühllastwagen erstickten.

Das Fahrzeug, das in Ungarn von der Polizei gefunden wurde, dürfte mehrere Stunden lang von der serbischen Grenze in Richtung Sopron unterwegs gewesen sein. Der Vorfall hatte sich bereits am Sonntag ereignet, wurde aber erst jetzt bekannt.

Keine Luft im Innenraum

Die 16 Personen, 15 Afghanen und ein Iraner, hätten im Laderaum kaum Luft bekommen, hieß es in Berichten ungarischer Medien. Demnach trommelten sie vergebens an die Wände und Türen des Lieferwagens. Wahrscheinlich überlebten sie nur deshalb, weil es ihnen gelungen war, die Gummidichtungen an der Laderaumtür herunterzureißen. Dadurch entstand ein schmaler Spalt zwischen den beiden Türflügeln, weshalb Luft ins Innere des Lieferwagens strömen konnte. Denn die Tür ließ sich von innen nicht öffnen, die 16 Migranten saßen in der Falle.

Wäre ihnen das nicht gelungen, hätte ihnen vermutlich ein ähnliches Schicksal wie jenen 71 erstickten Menschen bei Parndorf gedroht. Erst unlängst ging die abschließende Verhandlung in jenem aufsehenerregenden Fall zu Ende. Ein Gericht in Szeged verurteilte die vier Schlepper von Parndorf, die die Fahrt organisiert hatten, vor einem Monat rechtskräftig zu lebenslangen Gefängnisstrafen.

Die Staatsanwaltschaft in Sopron beantragte am Dienstag Untersuchungshaft für den rumänischen Schlepper, der den Wagen gelenkt hatte.

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