Hans Tschürtz (li.) will bei der Gemeinderatswahl die Popularität von Norbert Hofer für die burgenländische FPÖ nützen

© APA/ROBERT JAEGER

FPÖ
05/25/2016

Hofer als blaues Zugpferd

Vom guten Abschneiden von Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl will auch die FPÖ Burgenland profitieren.

von Thomas Orovits

Norbert Hofer soll zum Zugpferd für Burgenlands FPÖ werden: Nein, der bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag knapp gescheiterte 45-jährige Pinkafelder übernimmt nicht die Landespartei. Aber im Sog seiner Popularität (im Burgenland erreichte er mit 61,4 Prozent sein bestes Länderergebnis) erwarten sich die Blauen auch bei der Kommunalwahl im Herbst 2017 einen Sprung nach vorne. "Mit dem heutigen Tag" beginne man mit den Vorbereitungen für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl, kündigte FPÖ-Landesparteiobmann Hans Tschürtz am Dienstag voller Euphorie an.

Tatsächlich sind die Freiheitlichen umso schwächer, je näher es zur Basis geht: Während die Partei von Heinz-Christian Strache bei der Nationalratswahl 2013 im Burgenland auf 17,4 Prozent kam und Tschürtz & Co bei der Landtagswahl 2015 mit 15 Prozent das bisher beste Ergebnis einfuhren, fristen die Blauen in Gemeinden ein Mauerblümchendasein. 2012 konnte man in den 171 Kommunen des Landes insgesamt nur 81 Mandate erobern. Blaue Bürgermeister? Gibt’s längst keine mehr. Die SPÖ, Koalitionspartner in der Landesregierung, hält mehr als 1500 Mandate und 87 Bürgermeister, die ÖVP rund 1360 Mandate und 78 Ortschefs. Will die FPÖ ihren eigenen Anspruch, Partei der Mitte zu sein, einlösen, muss sie auch am flachen Land Boden unter die Füße bekommen, das wissen die Strategen.

Der "historische" Wahlsonntag habe die "Hemmschwelle" abgebaut, blau zu wählen, analysierte FPÖ-Klubchef Géza Molnár. Zudem bemerke man seit Wochen einen starken Zulauf – "eine stattliche dreistellige Zahl" – zur FPÖ. Derzeit verfüge die Partei im Burgenland über "deutlich mehr als 1000 Mitglieder", sagt Landesgeschäftsführer Christian Ries. Die neuen Mitglieder sollen auch dazu beitragen, die Zahl der Ortsgruppen (derzeit rund 55) aufzustocken. Um die blaue Weste nicht durch zweifelhaftes Personal vom rechten Rand zu verunzieren, werden die Hunderten Bewerber von den Orts- und Bezirksorganisationen unter die Lupe genommen. Beschlossen werden Aufnahmen vom Landesparteivorstand.

Was will die FPÖ bei der Kommunalwahl erreichen? Man müsse sich am bisherigen Höchststand orientieren, sagt Ries. Das waren 204 Gemeinderatsmandate 1997. Landesparteisekretär war damals ein gewisser Norbert Hofer.

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