Harter Stahl verziert weiche Schale

Gekratzte Ostereier aus Stinatz sind Kult. Nur noch fünf Familien beherrschen die Technik – Wilma Zieserl gehört dazu.

Einmal ein Ei, die nächste Saison wieder eines und so weiter", erklärt Wilma Zieserl, wie sie in die Stinatzer Tradition des "Eierkratzens" hineingewachsen ist. "Gelernt habe ich es von meiner Mutter Theresia", sagt die 49-Jährige. Seit 30 Jahren ritzt die Stinatzerin Muster in gefärbte, ausgeblasene Eier. Ab und zu gehe eines zu Bruch, da könne man noch so viel Übung haben. Fünf Familien halten den Osterbrauch in der südburgenländischen Gemeinde am Leben. "Meine Mutter hat 50 Jahre lang Ostereier verziert", sagt Zieserl. Am Anfang kratzte man nur für die Taufkinder ein Ei und dann wurde der Brauch über die Grenzen des kroatischsprachigen Dorfes hinaus bekannt.

Viele Leute hätten das Kunsthandwerk nie beherrscht, es seien bis heute nur etwa fünf Familien, die "Eier kratzen". Jedes Jahr in der Fastenzeit werden die Eier ausgeblasen, gefärbt und das Werkzeug vorbereitet. Mit einem geschliffenen Stahlmesser geht Zieserl ans Werk. "Ein Stanleymesser wäre zu schwach. Der Stahl muss richtig geschliffen sein", sagt sie. Die Muster sind ganz verschieden. Blumen, Herzen, Namen – alles sei möglich. "Wenn ich ein Ei ansehe, dann überlege ich spontan, welches Motiv ich mache", sagt Zieserl. Dann heißt es Konzentration und die Farbe vom Ei schaben, und das Muster wird auf die weniger als einen Millimeter dünne Schale gezaubert.

Repertoire

Wilma Zieserl hält die Tradition des "Eierkratzens" hoch, an Nachwuchs mangelt es den Kunsthandwerkerinnen in Stinatz aber.
© Bild: Roland Pittner

Ob Zwerghuhnei, Hühner-, Gänse- oder Straußenei sei egal, alles kann zur Leinwand werden. Bis ein Ei fertig ist, dauert es  "mal länger und mal kürzer".  Jedes Jahr kommt ein neues Muster ins Repertoire. "Aber die traditionellen sind immer noch sehr gefragt", sagt Zieserl. Unbezahlbar seien die Eier, die sie von ihrer Mutter geschenkt bekam.

An Abnehmern für den einzigartigen Osterschmuck der Stinatzerin mangle es nicht. "Manche Kunden kommen jedes Jahr." Wie viele der filigranen Kunstwerke jedes Jahr hergestellt werden  bleibt Familiengeheimnis, ab 1,80 Euro kann man sie kaufen.

Es sei nicht leicht, die Tradition am Leben zu erhalten.   "Viele sind berufstätig und es fehlt die Zeit. Und einfach ist das Eier kratzen nicht", weiß die 49-Jährige aus Erfahrung.

Wetter: Osterfeuer als Wärmespender

Der April macht bekanntlich, was er will – ganz dem Sprichwort entsprechend wird auch das Osterwetter sehr wechselhaft. Bis zum Sonntag sinken die Temperaturen im ganzen Land, auch Regen- beziehungsweise Schneeschauer sind  immer wieder möglich. Nur ab und zu lässt sich die Sonne blicken. Dennoch lohnt es sich in eine warme Jacke zu schlüpfen und dem bunten Ostertreiben beizuwohnen.

In Oberwart kann man sich auch beim Osterfeuer der Feuerwehr aufwärmen. Obwohl das aufgetürmte Holz bereits am vergangenen Samstag illegal angezündet wurde, haben die Florianis ganze Arbeit geleistet und neues Holz fürs Osterfeuer zusammengetragen.

"Die Gemeinde hat uns auch unterstützt", sagt Klaus Eberhardt von der Feuerwehr Oberwart. In der Nacht auf Samstag haben die Florianis ihr Werk bewacht. "Damit wir es heute regulär anzünden können und nichts passieren kann", sagt Eberhardt.

Auch in Bad Sauerbrunn soll heute Abend das traditionelle Osterfeuer unweit der römisch-katholischen Pfarrkirche entfacht werden. Als "verlängerter Arm" der Kirche fungiert die örtliche Feuerwehr. Schon um acht Uhr Früh treffen sich die Florianis, um das Holz aufzuschlichten, nach der Ostermesse am Abend wird der Holzstoß dann vom Pfarrer entzündet. Die Feuerwehren stehen in Oberwart und Bad Sauerbrunn Schlauch bei Fuß, damit nichts passiert.

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( Kurier ) Erstellt am 07.04.2012