Chronik | Burgenland
26.02.2014

Gläubige protestieren: "Wir wollen unseren Pfarrer zurück"

Die Absetzung ihres Pfarrers lässt bei den Katholiken in einer Gemeinde die Wogen hochgehen.

Sieben Jahre lang war Ivan Jélic als Pfarrmoderator in der rund 1400-Seelen-Gemeinde Großwarasdorf im Mittelburgenland tätig. Ende Jänner wurde er seines Amtes enthoben, am 16. Februar hielt Jélic die letzte Sonntagsmesse. Seither herrscht in der kleinen Gemeinde Aufruhr.

67 Personen haben ihren Kirchenaustritt in einer Petition angekündigt, falls ihr Pfarrer nicht zurückkommt. Es hat auch Demonstrationen gegeben. Eine Abordnung aus dem Ortsteil Nebersdorf wollte Bischof Ägidius Zsifkovics bei dessen Rückkehr aus Jerusalem am Flughafen Schwechat die Petition übergeben. Dabei sei es zum Eklat gekommen, wie Stefan Bantsich, Ortsvorsteher aus Nebersdorf, erklärt: "Der Bischof hat gesagt, dass ihm die Liste egal ist."

Auch die 75-jährige Hildegard Oszvald wollte mit dem Bischof sprechen. "Er hat zu mir gesagt, ich soll nach Hause gehen und mich auf was anderes vorbereiten. Und ich solle schauen, dass ich die Heiligen Sakramente bekomme", zeigt sich die Pensionistin fassungslos.

In der Diözese weist man diese Anschuldigungen "aufs Schärfste zurück". "Es wurde niemand vom Bischof beleidigt. Und die Aussage, es sei ihm ,egal, ob die Leute aus der Kirche austreten‘ widerspricht der inneren Grundeinstellung jeden Bischofs", so Dominik Orieschnig, Sprecher des Bischofs.

Nun meldete sich auch Pater Jélic selbst zu Wort. Er sei "stolz", dass die Gläubigen hinter ihm stünden, aber überrascht von seiner Entlassung. "Ich habe gedacht, dass ich bis 2016 bleiben kann." Sein Vertrag zwischen der Diözese Eisenstadt und seinem Orden der Franziskaner in Sarajevo sei vorzeitig beendet worden. Den Grund für die Entlassung habe man ihm nicht mitgeteilt.

"Persönlicher Konflikt"

Von der Diözese heißt es dazu: "Trotz intensiver Vermittlungsversuche auf Dekanats- und Diözesanebene ist es leider nicht möglich gewesen, einen seit Längerem bestehenden persönlichen Konflikt zwischen Ivan Jélic und den geistlichen Schwestern im Kloster zu entschärfen." Mit dem Pater habe es mehrere sehr ausführliche Gespräche gegeben. "Jélic wurde von seinem Chef, dem Provinzial in Sarajevo, zurückbeordert", so Orieschnig.

Für die Gläubigen sei das kein Trost, wie sie erklären. "Wir wollen, dass unser Pfarrer zurückkommt, ohne Wenn und Aber", so Bantsich.

Der Bischof hat für kommende Woche zu einem klärenden Gespräch eingeladen.