© Roland Pittner

Chronik Burgenland
01/09/2020

Pinkafeld: Familien in Not Hoffnung geben

Familien in Notsituationen werden in der Eltern-Kind-Begleitung im SOS Kinderdorf betreut.

von Roland Pittner

„Ich bin heute viel selbstbewusster und stark“, sagt Maria N. und lächelt (Name geändert, Anm.). Das war nicht immer so. Sie ist mit ihrer Tochter in der Eltern-Kind-Begleitung im SOS Kinderdorf Pinkafeld untergebracht. Im Jänner 2019 ist sie nach einem Schicksalsschlag und dem Verlust ihres Hauses hier hergekommen. „Ich habe am Anfang jeden Tag geweint, auch meiner Tochter ging es schlecht“, sagt Maria. Sie war am Boden zerstört, hatte keine Hoffnung, wie sie schildert.

Doch nach kurzer Zeit konnte die junge Mutter die angebotene Hilfe der Sozialpädagogen und Psychologen des SOS Kinderdorfs annehmen. „Egal was ich gebraucht habe, ich habe Hilfe bekommen“, sagt Maria. Sie absolvierte Kurse, arbeitete an ihren Erziehungsmethoden und hat auch beruflich wieder Fuß gefasst.

„Die Familien, die wir betreuen, sind meist mit verschiedenen Problemen belastet“, sagt die Leiterin der Einrichtung Bernadette Kalcher. Es können Trennungen, finanzielle Probleme, Gewalt oder Unfälle sein, warum die Familien in Notsituationen geraten. „Oft fehlt unseren Klienten die Hoffnung, die wollen wir ihnen wieder geben“, sagt Kalcher.

Hoffnung

Maria hat wieder Hoffnung gefasst, eine eigene Wohnung und einen Arbeitsplatz gefunden. Sie steht kurz vor ihrem Auszug aus der Eltern-Kind-Begleitung. „Ich habe ein bisschen Angst und bin traurig, weil ich hier ausziehen muss, aber ich bin auch froh“, sagt Maria. Sie und ihre Tochter haben Beziehungen zu den Mitarbeitern und den anderen Familien aufgebaut. Die will sie weiterhin pflegen.

„Wir wollen den Familien ermöglichen, hier ein Stück zu Hause zu sein“, erklärt Kalcher. „Oft sind bei uns sehr junge Mütter mit Babys, die wir begleiten, die haben oft noch nicht einmal sich selbst versorgt und müssen sich dann noch um ein Kleinkind kümmern“, sagt Kalcher. Hier sind Mitarbeiter unterstützend dabei, sei es bei der Beikostzubereitung oder anderen Aufgaben. „Wir machen auch Ausflüge, wo sich die Familien untereinander besser kennenlernen können und damit sie einen Tapetenwechsel haben“, meint Kalcher.

Platz gibt es für sieben Familien. Die Kinder- und Jugendhilfe weist die Klienten dieser Maßnahme zu. „Wir haben oft Wartelisten“, sagt Kalcher. „Mit manchen Eltern müssen wir uns auch entscheiden, dass eine Fremdunterbringung der Kinder die bessere Lösung ist. Aber egal wie es ausgeht, wir sind immer bemüht die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu stärken“, sagt Kalcher.

Selbstständigkeit

Die meisten Familien schaffen den Auszug gemeinsam. Meist haben sie zwei Jahre ihren Lebensmittelpunkt hier. Maria hat schneller die Stärke gefunden, auf eigenen Beinen zu stehen. „Es ist immer wieder schön, wenn unsere Familien das schaffen“, sagt Kalcher. Für Maria ist klar: „Hier kommen Familien her und sind sehr kaputt und sie gehen als starke Menschen“.

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