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Chronik Burgenland
07/25/2019

Eisenstadt: Erhitzte Gemüter wegen eines 32 Euro teuren „Skandals“

Dieser Brief füllt das politische Sommerloch in Eisenstadt

von Thomas Orovits

Lisa Vogl kann einem fast leid tun: Die als Hoffnungsträgerin der Eisenstädter SPÖ gestartete 29-jährige Wirtschaftsakademikerin erhielt Anfang des Jahres beim ersten Antreten als Stadtparteichefin kärgliche 65 Prozent der Stimmen. Nun ist Vogl wieder in Erklärungsnot, nachdem sie in der Vorwoche unter ihrem Briefkopf als 2. Vizebürgermeisterin eine Parteiaussendung an die 400 Eisenstädter SPÖ-Mitglieder verschickt hatte.

Darin wurde nicht nur auf die kommenden Wahlen geblickt, sondern auch um den Einsatz der Mitglieder in den Wahlkommissionen gebeten, „um bei den (...) Wahlen ein tolles Ergebnis einfahren zu können“. Beigelegt war dem Brief noch ein Folder von Maximilian Köllner, der die Nationalratswahlliste der SPÖ im Nordburgenland anführt.

Für die absolut regierende ÖVP in der Landeshauptstadt ein aufgelegter Elfer: „Ein handfester Skandal“, wetterte Klubchef Michael Bieber. Städtisches Briefpapier zu verwenden und via Rathaus zu versenden, sei „ausschließlich für Aufgaben in der Funktion als 2. Vizebürgermeisterin vorgesehen“, stellte der Türkise gar die Frage eines Amtsmissbrauchs in den Raum. Und was könnten „Mitglieder der amtlichen Wahlkommission zum SPÖ-Wahlergebnis beitragen?“

Alles begleichen

Amtsmissbrauch habe sie „sicher nicht“ begangen, hält Vogl die Sache für „aufgebauscht“. Sie räumt aber ein, den Köllner-Folder beizulegen, war „ein Fehler“, die Passage mit dem „tollen Ergebnis“ unglücklich formuliert. Die Portokosten habe ohnehin die Stadt-SPÖ getragen, jetzt werde sie persönlich dem Rathaus auch die Gesamtkosten von rund 200 Euro für die 2.500 Kuverts samt Briefpapier erstatten, obwohl die 400 verschickten Briefe nur 32 Euro kosteten. Vogl: „Da war keine böse Absicht dahinter“.

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