Chronik | Burgenland
03/24/2019

Eine Königin für die Obstproduzenten des Landes

Nina Nikles wurde zur burgenländischen Obstkönigin gewählt. Sie wird zwei Jahre die Stimme des Obstbaus in der Öffentlichkeit sein.

„Ich bin schon als Kind mit dem Traktor in den Obstgarten mitgefahren und der Obstbau hat mich interessiert“, sagt Nina Nikles. Seit zwei Wochen ist die Südburgenländerin frisch gekrönte Obstbaukönigin des Landes. Auf die Idee, sich für dieses Amt zu bewerben, hat sie ihre Großmutter gebracht. „Es hat eine Prüfung gegeben und ich habe mich schon länger darauf vorbereitet“, sagt die 19-Jährige. Bei den Fragen drehte sich alles um den Obstbau, die Kukmirnerin wusste mit ihrem Wissen zu beeindrucken und wurde schließlich gekrönt.

Starker Direktverkauf

Sie vertritt nun das Burgenland als Botschafterin des Obstbaus, ist bei Veranstaltungen und Preisverleihungen dabei. „Ich will den Obstbau in die Öffentlichkeit tragen“, sagt Nikles. Denn vor allem die Jugend in ihrem Umfeld, sagt sie, achte nicht so sehr darauf, wo das Obst herkomme. „Die Konsumenten wissen oft nicht, welch ausgezeichnete regionale Produkte wir haben“, sagt Nikles, die nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte hat. Etwa bei Preisverhandlungen, wo sie ein Mitspracherecht besitzt.

 

Hauptberuflich ist Nikles im gleichnamigen Obstbaubetrieb ihrer beiden Onkeln in Kukmirn tätig. „Mitgeholfen habe ich schon immer, seit vorigen Sommer, nach meiner Matura, bin ich Vollzeit tätig. Ich helfe im Ab-Hof-Verkauf und liefere auch Obst aus“, sagt die Obstkönigin, die im Herbst an die Pädagogische Hochschule will.

Den Betrieb Nikles gibt es schon seit drei Generationen, vor 35 Jahren wurde mit dem Ab-Hof-Verkauf begonnen. Dieser hat sich über die Jahre gut entwickelt. „Rund zwei Drittel verkaufen wir heute direkt an die Kunden“, sagt Seniorchefin Helene Nikles, die den Betrieb mittlerweile an ihre beiden Söhne Adolf und Christian übergeben hat.

Schwere Jahre für Obst

Der Betrieb in den Hügeln rund um Kukmirn ist 40 Hektar groß und neben Äpfel werden auch Pfirsiche, Marillen, Erdbeeren und Birnen kultiviert. „Wir müssen breit aufgestellt sein, damit Engpässe abgefedert werden können“, sagt Nikles. Die vergangenen Jahre waren schwierig für den Obstbau, später Frost hat viele Bäume geschädigt und die Ernten blieben aus. Die Folge: Großhändler mussten in Übersee einkaufen. „Unsere Kunden bekommen diese Probleme ja gar nicht mit“, sagt Nikles.

Direktvermarktung

Neben dem Obstverkauf hat sich der Familienbetrieb auch auf die Veredelung der Früchte spezialisiert. „Der Trend geht zu Fruchtsäften, Edelbränden und Nektar“, erklärt der Obstbauer. Auch hier ist der Obsthof Nikles breit aufgestellt.

Im Lauf der Jahre konnten zahlreiche Landesprämierungen oder auch Genusskronen gewonnen werden. Über die Regentschaft als Obstbaukönigin ihrer Enkelin und Nichte freut sich die Familie besonders. „Die Oma ist sehr stolz“, sagt Nikles: „Doch ich bin nicht nur für unseren Betrieb zuständig, sondern für alle Obstbauern im Burgenland.“ Die Obstsaison beginnt demnächst mit den Erdbeeren. Das freut auch die Obstkönigin: „Erdbeeren sind mir am liebsten, da war ich schon mit zwei Jahren beim Pflücken dabei.“ Auch heuer wird sie wieder dabei sein – zwar vermutlich ohne Krone, dafür aber „mit Begeisterung.“