Im Freiraum Pannonia kümmert sich Andrea Roschek um die Obdachlosen, auch Walter Szakall wohnt dort

© Claudia Koglbauer

Notschlafstellen

Ein Zuhause für Obdachlose im Burgenland

Die Caritas bietet in Oberwart Platz, in Eisenstadt ist es ein privater Verein

von Roland Pittner, Claudia Koglbauer-Schöll

12/11/2013, 08:05 AM

Die Christbaumdeko liegt schon bereit, der Baum wird gespendet. Denn auch in der Oberwarter Notschlafstelle der Caritas soll es weihnachtlich sein. „Das gehört schon“, sagt Michael, der seit einem Monat hier wohnt. „2013 war kein gutes Jahr“, sagt der 34-Jährige. Erst verließ ihn seine Freundin und er zog in eine andere Wohnung. „Dort gab es nur Probleme“, erklärt Michael, der die Wohnmöglichkeit bald räumen musste. „Danach kam ich eine Weile bei Bekannten unter, bis es zu Streitereien kam“, erzählt der Arbeitsuchende. Schließlich blieb ihm nichts anderes übrig, als in die Notschlafstelle zu kommen. „Es war sehr ungewohnt am Anfang, ich konnte mir nie vorstellen, dass mir so etwas passieren könnte.“

Er und seine fünf Wohnungsgenossen können bis zu sechs Monaten bleiben. Betreut werden sie von Judith Bammer: „Wir sind jeden Tag hier und kümmern uns um die Leute. Seit einem Monat sind wir mit unseren sechs Klienten voll ausgelastet“, sagt Bammer.

Das Schicksal von Michael sei bezeichnend für fast alle Bewohner der „Männer WG“. „Streit in der Familie, die Entscheidung ob Essen oder Miete bezahlt wird, dass sind die Gründe warum Leute kommen“, sagt die Caritas Mitarbeiterin. Die Notschlafstelle gibt es seit Mai, sie ist die einzige derartige Institution im Südburgenland. Im Winter hat ist ab 17 Uhr bis 10 Uhr Vormittag geöffnet.

Michael will bald einen Job und eine eigene Wohnung finden. „Die meisten Wohnungen sind für unsere Klienten unleistbar“, sagt Bammer, vor allem über die Wintermonate sei es schwer, etwas zu finden. „Wir sitzen alle im selben Boot und müssen zusammenhalten“, sagt Michael.

Lebensstandard

Die Armutsgefährdung sei im Burgenland niedriger als im bundesweiten Vergleich, heißt es aus dem Büro von Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ). Laut Statistik Austria sei der mediane Lebensstandard im Vergleich zu Gesamtösterreich um drei Prozent höher. Zurzeit sind 20 Personen obdachlos.

Trotz der Statistik in Bezug auf die Armutsgefährdung haben Andrea Roschek und Robert Tobler alle Hände voll zu tun. Neben der pannonischen Tafel, bei der monatlich 20 Tonnen an Lebensmittel allein in Eisenstadt an Bedürftige weitergegeben werden, bietet das Duo im Rahmen ihres Vereins „Freiraum Pannonia“ bis zu 17 Obdachlosen Platz in der Notschlafstelle. Einer der Bewohner ist der 54-jährige Walter Szakall aus Frauenkirchen. 25 Jahre habe er „am Bau “ gearbeitet, jetzt sei er aufgrund eines Lungenleidens arbeitsunfähig. Mit seiner neuen Freundin spart er auf eine kleine Wohnung. Auch der Verein muss jeden Cent zusammenkratzen, um weiterhin bestehen zu können. „Wir sind auf Spenden angewiesen. Wir wissen oft nicht, ob es die Notschlaftstelle nächstes Monat noch gibt“, sagt Roschek.

Wer spenden will, kann dies unter der Kontonr: 29748408000, BLZ: 20111 Erste Bank tun.

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