Ein Sicherheitsprofi für den Zivilschutz im Burgenland

Ein Sicherheitsprofi für den Zivilschutz im Burgenland
Herbert Wagner hat jahrelang für Sicherheit bei Großveranstaltungen gesorgt. Jetzt ist er der erste Nicht-Politiker an der Spitze des Zivilschutzverbandes

Herbert Wagner betritt wieder einmal Neuland: Der Sicherheitsexperte ist in der 61-jährigen Geschichte des burgenländischen Zivilschutzverbandes der erste Nicht-Politiker im Präsidentenamt. In den 1960er Jahren war sogar der nachmalige SPÖ-Kanzler Fred Sinowatz oberster Zivilschützer, zuletzt stand der rote Landtagsabgeordnete und Bürgermeister Erwin Preiner an der Spitze.

Am Montag wurde Wagner, der heuer 60 Jahre wird, von den Mitgliedsgemeinden einstimmig zum ehrenamtlichen Vereinspräsidenten gewählt. Derzeit gehören 135 der 171 Kommunen des Landes dem Zivilschutzverband an, der ab sofort „Bevölkerungsschutz Burgenland“ heißt. Wagner möchte sukzessive alle an Bord holen, sagte er am Mittwoch in Eisenstadt. Für den verantwortlichen Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) ist die Kür Wagners auch ein Zeichen der Professionalisierung, denn der gebürtige Siglesser bringe „Expertise und das nötige Engagement“ mit.

Tatsächlich ist Sicherheit für Wagner zeit seines Berufslebens das Um und Auf. Zwei Jahrzehnte lang war der frühere Kriminalbeamte mit seiner Firma „Wagner Sicherheit Gmbh – Security & Safety Management“ auf vielen Großveranstaltungen der personifizierte Sicherheitsgarant – vom Nova Rock übers Donauinselfest bis zur Fußball-Heim-EM 2008.

Ein Sicherheitsprofi für den Zivilschutz im Burgenland

Zivilschutz will u. a. für Vorsorge im Falle eines Blackouts sensibilisieren

2021 hat Wagner seine Firma mangels familiärer Nachfolge verkauft und mit dem kleinen Beratungsunternehmen Wagner Concept & Consult GmbH weitergemacht. Jetzt, so Wagner zum KURIER, sei er in einem Alter, wo er „etwas zurückgeben möchte“. Sein Beratungsunternehmen betreibe er weiter, aber es gebe eine „saubere Trennung“ zum Ehrenamt beim Zivilschutz. Er werde vom Land in diesem Zusammenhang keine Aufträge erhalten.

Mehr als einen „Auftrag“ sieht er für sich beim Zivilschutzverband: „Es ist noch viel zu tun“, sagt Wagner. In fünf Jahren sollte der Verband in der Öffentlichkeit bekannter sein und alle Burgenländer sollten behaupten können, dass für ihre „persönliche Sicherheit bestmöglich vorgesorgt ist“, wünscht sich der Neo-Präsident. Wagner will mit dem Verband dafür in alle Gemeinden gehen und mit Vorträgen, Projekten und Workshops Bürgermeister und Bürger über Blackout-Vorsorge und den Umgang mit Krisen und Katastrophen informieren. Und er wirbt um neue ehrenamtliche Mitarbeiter im Verband, besonders Frauen sollten ihre Sichtweise zur Sicherheit einbringen.

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