© Orovits Thomas

Eisenstadt
05/19/2021

Dunkle Wolken über einem rosaroten Immobilienprojekt

Justiz ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Eisenstädter Bauabteilung

von Thomas Orovits

Mitte März hat der KURIER über das Immobilienprojekt „La vie en rose“ – ein Leben in Rosa – in vorzüglicher Eisenstädter Lage berichtet. Anlass war der geballte Unmut der Anrainer darüber, dass die Wiener VI-Engineers Bauträger GmbH & Co KG unterhalb der Neuen Mittelschule rund 40 frei finanzierte Wohnungen mit Terrasse, Loggia oder Garten und einer Tiefgarage mit 74 Stellplätzen errichtet. 2018 hatte der Gemeinderat der Freistadt den Verkauf des Gemeindegrunds im Rosental um 1,2 Millionen Euro abgesegnet.

Der Bau sei für eine Einfamilienhaus-Gegend zu groß und zu nah an den Wohnhäusern, lautete die Kritik. Mittlerweile geht es aber nicht mehr bloß um Fragen von Lebensqualität, Ästhetik und möglichem Wertverlust bestehender Einfamilienhäuser, sondern ums Strafrecht.

Kein Baustopp

Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegen einen mittlerweile suspendierten Mitarbeiter der Bauabteilung des Magistrats wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs. Sein Posten wurde bereits neu ausgeschrieben.

Eine der widerständigen Anrainerinnen war im März aus allen Wolken gefallen, als es aus dem Rathaus hieß, sie hätte ihre Berufung am 6. Dezember 2020 zurückgezogen und das unterschrieben. „Ich habe nie etwas unterschrieben“, beteuerte die Pensionistin. Seither untersucht die Staatsanwaltschaft eine mögliche Urkundenfälschung durch den suspendierten Mitarbeiter der Bauabteilung – es gilt die Unschuldsvermutung.

Was bedeuten die Ermittlungen für den umstrittenen Bau? Gar nichts, auch keinen Stopp – so meinen zumindest Magistrat und VI-Engineers.

„Es gibt einen rechtsgültigen Baubescheid“, hieß es am Dienstag aus dem Rathaus. Und: „Die Vorwürfe haben nichts mit der baurechtlich korrekten Abwicklung des Verfahrens zu tun“.

Bekannt wurde zudem ein Naheverhältnis von Magistratsdirektorin Gerda Török zum früheren Geschäftsführer und nunmehrigen Aufsichtsrat von VI-Engineers, Robert Happel – Török ist die Frau des Schwagers von Happel. Auch Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) wusste davon.

„Es gibt keine beruflichen Kontakte zu Frau Magister Török, auch nicht beim Projekt La vie en rose“, teilt die Immobilienfirma mit. Dem KURIER liegen allerdings von Török verantwortete Bescheide in dieser Causa vor, die zu Handen Happels gingen.

Das Rathaus spricht dazu schönstes Amtsdeutsch: „Török ist nicht befangen im Sinne des AVG“. Was heißt AVG? Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz.

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