Schwelbrand im Eisenstädter Tanzlokal "James Dean"

© Tamara Gmaschich

Eisenstadt
02/11/2013

Das "James Dean" ist völlig verschmort

In der Nacht zum Montag wütete ein Schwelbrand in der Disco. Die Ursache ist noch unklar.

von Tamara Gmaschich

Im Eisenstädter Kult-Lokal „James Dean“ ist Montagmorgen für gewöhnlich das Reinigungspersonal im Einsatz. Diese Woche wurde die Feuerwehr zur Diskothek in der Mattersburgerstraße beordert. Im Inneren war in der Nacht zum Montag aus noch ungeklärter Ursache ein Schwelbrand ausgebrochen und zog das gesamte Inventar schwer in Mitleidenschaft. Personen kamen nicht zu Schaden. Wie hoch der Schaden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Er dürfte aber durch eine Versicherung gedeckt sein.

„Bei unserem Eintreffen gegen 8 Uhr war alles stark verraucht und schwarz“, beschreibt Einsatzleiter Reinhold Hübner das Bild, das sich den 30 Feuerwehrmännern aus Eisenstadt und Kleinhöflein bot. Ein Brand sei „nicht offensichtlich“ gewesen. „Der Schwelbrand dürfte wegen Sauerstoffmangels von selbst erstickt sein“, vermutet der Feuerwehrmann, im Inneren sei aber alles völlig verschmort. Zur Kontrolle nahmen Atemschutztrupps die Räume in Augenschein, auch eine Wärmebildkamera und ein Hochdruckrohr zur Entlüftung kamen zum Einsatz.

„Für weitere Ermittlungen wurde das Lokal polizeilich abgesichert“, erklärt Michael Takács von der Landespolizeidirektion Burgenland. Ausgelöst wurde der Brand durch einen elektrischen Defekt bei einer Kaffeemaschine. Die Kriminaltechniker fanden laut Polizei keinerlei Spuren eines Brandbeschleunigers. Man könne auch ausschließen, dass an der Kaffeemaschine manipuliert wurde, hieß es. Um die Ursache für den Schwelbrand herauszufinden, wurde auch ein Brandmittelspürhund eingesetzt.

Komplett renoviert

Anita Koch, die Mutter des Geschäftsführers, kann den Vorfall nicht fassen. „28 Jahre lang ist im Lokal nichts passiert und jetzt stehen wir vor dem Nichts“, kämpft die Besitzerin Montagmorgen mit den Tränen. „Heuer hätte mein Sohn das Lokal übernehmen sollen“. Zusätzlich bitter: Erst vor fünf Jahren wurde die Diskothek komplett renoviert. „Zum Glück ist meine Tochter mit ihrem Lebensgefährten und den Kindern auf Urlaub, sonst hätte jemand sterben können“, verweist Koch auf die Gefahr für die angrenzende Wohnung der Familie. Aus diesem Gebäude konnte die Feuerwehr drei Katzen retten, ein Tier verendete später.