Chronik | Burgenland
10.06.2017

Christian Spuller wird neuer LSZ-Chef

Blaues Ressort. Der 40-jährige Wirtschaftsingenieur und Tschürtz-Vertraute war bestgereiht.

Wer auf Christian Spuller gesetzt hatte, war auf der sicheren Seite: Wie erwartet, übernimmt der 40-jährige Wirtschaftsingenieur aus Forchtenstein ab 15. Juni die Geschäftsführung der Landessicherheitszentrale (LSZ), in der alle Einsätze von Rettung und Feuerwehr abgewickelt werden; 2016 wurden 174.000 Fälle gezählt. Spuller folgt auf Gründungs-geschäftsführer Ernst Böcskör (61), der sich nach elf Jahren an der LSZ-Spitze nicht mehr für weitere fünf Jahre beworben hatte. Insgesamt hatten sich für den ausgeschriebenen Chefposten neun Bewerber interessiert.

Spuller sei beim Hearing durch ein externes Beratungsunternehmen "die Nummer eins" gewesen, sagten Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) und der ressortzuständige FPÖ-Vize Hans Tschürtz Freitagmittag im Eisenstädter Landhaus. Gesellschafter der LSZ mit 28 Mitarbeitern und einem Budget von 3,6 Millionen Euro sind Land (60 Prozent), Landesfeuerwehrverband (20%), Rotes Kreuz (19%) und Arbeitersamariterbund (1%).

20-Stunden-Job

Spuller kennt die LSZ bereits, seit einem Jahr ist er in der Einsatzzentrale für das blaue Prestigeprojekt "Sicherheitspartner" in Gemeinden und den digitalen Katastrophenschutzplan des Landes zuständig. Davor war der Akademiker unter anderem bei der Telekom Austria, der Raiffeisenbank International sowie als selbstständiger Unternehmer tätig. Auch politisch ist Spuller aktiv, den Posten als stellvertretender Bezirksparteiobmann der FPÖ Mattersburg will er beibehalten.

In der Ausschreibung stand, die Position umfasse 20 Wochenstunden und werde mit einem Jahresbrutto von 42.000 Euro entlohnt. Auf die KURIER-Frage, ob Spuller – wie Vorgänger Böcskör – auch andere Aufgaben übernehme, blieb Niessl vage. Offenbar soll das Ergebnis einer von Tschürtz in Auftrag gegebenen Prüfung durch den Landesrechnungshof abgewartet werden, ehe man organisatorische Weichen stellt. Spuller will der LSZ einen "noch zentraleren Stellenwert" verschaffen. Ob dazu auch gehört, dass die geplante aber bisher nicht realisierte Eingliederung der Polizei-Notrufe in die LSZ doch noch kommt? Man sei immer zu Gesprächen mit dem Innenministerium bereit, sagte Niessl.