In Podersdorf gibt es  Zuwächse im Campingbereich –  jetzt wird in den Ausbau der Infrastruktur investiert.

© Podersdorf am See, lichtig.at

Chronik | Burgenland
05/11/2019

Camper lassen Touristiker jubeln

Podersdorf investiert wegen steigender Nachfrage in Campinganlage, in Lutzmannsburg wird nach einem neuen Betreiber gesucht.

„Es ist schon fast wie ein kleines Dorf“, sagt Rene Lentsch, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) über „seinen“ Campingplatz. Knapp 26.000 Übernachtungen wurden im April gezählt – ein neuer Rekord, wie Lentsch erklärt. Grund dafür sei nicht nur das schöne Wetter gewesen. Die Nebensaison werde immer begehrter bei Touristen. Zum Vergleich: Im April 2011 gab es 17.500 Camper-Übernachtungen in Podersdorf.

In den vergangenen acht Jahren sind die Übernachtungen um 25 Prozent auf 250.000 im Vorjahr gestiegen. Nun gebe es mehr Camping- denn Zimmerübernachtungen in der Tourismushochburg des Landes.

Höhere Ansprüche

Geändert haben sich auch die Ansprüche der Urlauber. „Die klassische Zeltwiese ist heute kaum noch gefragt, sagt Lentsch. Angereist werde vornehmlich per Wohnwagen oder Campingbus. Verlangt wird nach einer Infrastruktur und einem Zusatzangebot. Deshalb werden heuer 500.000 Euro in die Infrastruktur und die Freizeiteinrichtung des Podersdorfer Campingplatzes investiert.

Österreichweit erfreut sich die Campingbranche seit vier Jahren über starke Zuwächse. Knapp sieben Millionen Nächtigungen (plus von 8,5 Prozent) hat es 2018 gegeben – das hat eine Auswertung des internationalen Reise- und Buchungsportals www.camping.info ergeben. „Die Steigerungsraten sind seit Jahren bemerkenswert und gehen weiterhin steil nach oben“, sagt Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von Camping.info. Immer wichtiger sei, dass Gäste über das Internet planen können.

Wirtschaftsfaktor

Auch für das Burgenland ist der Campingtourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 358.485 Nächtigungen hat es 2018 gegeben, das ist eine Steigerung von 33,4 Prozent seit dem Jahr 2010, zeigt sich Tourismusdirektor Hannes Anton zufrieden. Einziger Wermutstropfen ist ein hauchdünnes Minus auf den 19 Campingplätzen des Landes im Vorjahr von 0,38 Prozent. Ein Grund dafür könnte auch die Insolvenz eines Fünf-Sterne-Campingplatzes in Lutzmannsburg sein: Wie berichtet war Ende 2016 das Konkursverfahren über die Camping Sonnenland GmbH eröffnet worden. Bereits zwei Mal hatte die Heta Asset Resolution AG als Hypothekargläubiger, Versteigerungstermine anberaumt. Der letzte war Mitte April. Für das Objekt, für das ein Ausrufungspreis von 623.500 Euro vorlag, sei – trotz Anwesenheit „mehrerer Interessenten“(Heta) – allerdings kein Angebot abgegeben worden. Die plant nun eine weitere Versteigerung zu beantragen. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, soll es aber bereits Interessenten aus der Schweiz geben.

Camping in Zahlen

Etwa 4,64 Prozent  der österreichweiten  Gesamtnächtigungen von 2018 gehen auf das Konto der 599 österreichischen Campingplätze. Die meisten davon befinden sich in Kärnten (126), Tirol (107) und in der Steiermark (100). Der durchschnittliche Campinggast urlaubt vier Tage und bleibt damit länger als andere Gäste, deren durchschnittliche Verweildauer 3,3 Tage beträgt. Laut Befragungen geben Campinggäste täglich rund 50 Euro aus. Das bedeutet jährliche Einnahmen  von rund 350 Millionen Euro.