12.026 Anzeigen: Warum die Schlepperei sinkt und Cybercrime zunimmt

Burgenland bleibt laut Statistik eines der sichersten Bundesländer, aber neue Herausforderungen durch Cybercrime.
Eine Hand tippt auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops mit unscharfem Bildschirm im Hintergrund.

Die Kriminalstatistik 2025 zeigt für das Burgenland ein differenziertes Bild: Während die Zahl der Anzeigen insgesamt leicht gestiegen ist, gehen einzelne Deliktsbereiche deutlich zurück – allen voran die Schlepperei.

  • Insgesamt bearbeitete die Polizei 12.026 Anzeigen
  • Das entspricht einem Anstieg von 2,1 Prozent gegenüber 2024
  • Die Aufklärungsquote stieg um zwei Prozentpunkte auf 55,9 Prozent

Im bundesweiten Vergleich bleibt das Burgenland mit einem Anteil von 2,2 Prozent an der Gesamtkriminalität weiterhin das Bundesland mit der niedrigsten Kriminalitätsbelastung.

Deutlicher Rückgang bei Schlepperei

Besonders auffällig ist der Rückgang bei der Schlepperei:

  • 284 Anzeigen im Jahr 2025
  • 462 Anzeigen im Jahr 2024

Als Gründe werden Maßnahmen wie Schwerpunktaktionen, Drohneneinsätze und die „Operation Fox“ genannt. Der Grenzraum bleibt weiterhin ein zentraler Schwerpunkt polizeilicher Arbeit. Der Ansatz des „Grenzschutzes Neu“ setzt auf flexible und effiziente Präsenz sowie mobile Kontrollen.

Cybercrime als wachsende Herausforderung

Deutlich zugenommen hat die Internetkriminalität:

  • 1.634 Delikte
  • Plus 14,7 Prozent

Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote:

  • 32,4 Prozent
  • Minus 3,7 Prozentpunkte

Cybercrime bleibt damit ein zentrales Aufgabenfeld der Polizei.

Mehr Gewalt- und Suchtmitteldelikte

Auch andere Deliktsbereiche verzeichnen Zuwächse:

  • Gewaltdelikte:
    • 1.677 Anzeigen (+2,6 Prozent)
    • Aufklärungsquote: 89,9 Prozent
  • Straftaten im privaten Umfeld:
    • 463 Fälle (+4,3 Prozent)
    • alle Delikte geklärt
  • Suchtmittelkriminalität:
    • 887 Anzeigen (+13,1 Prozent)

Der illegale Handel erfolgt zunehmend über internationale Verkehrswege sowie über das Internet, was die Ermittlungsarbeit erschwert.

Wirtschaftskriminalität legt zu

Auch die Wirtschaftskriminalität ist gestiegen:

  • 2.490 Anzeigen
  • Plus 4,6 Prozent
  • Aufklärungsquote: 42,8 Prozent

Den größten Anteil machten Betrugsdelikte mit 1.767 Fällen aus.

Rückgänge bei Einbrüchen und Diebstahl

Im Bereich der Eigentumskriminalität zeigen sich hingegen Rückgänge:

  • 3.439 Delikte insgesamt (-2,6 Prozent)
  • Aufklärungsquote: 39,6 Prozent

Deutlich gesunken sind:

  • Wohnungs- und Wohnhauseinbrüche:
    • 122 Fälle (-28,2 Prozent)
  • Fahrraddiebstähle:
    • 292 Fälle (2024: 413)

Mehr Tatverdächtige ausgeforscht

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 8.423 Tatverdächtige ausgeforscht:

  • Plus 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • Davon 3.853 Personen keine österreichischen Staatsbürger

Die häufigsten Herkunftsländer waren Ungarn, die Slowakei, Rumänien, Deutschland und Serbien.

Sicherheit bleibt auf hohem Niveau

Die Polizei sieht die Statistik sowohl als Bestätigung als auch als Auftrag. Während bewährte Maßnahmen – etwa im Bereich der Schlepperei – Wirkung zeigen, erfordern neue Entwicklungen, insbesondere im Bereich Cybercrime, zusätzliche Maßnahmen und Anpassungen.

Die Kriminalstatistik 2025 verdeutlicht damit zwei parallele Entwicklungen: ein weiterhin hohes Sicherheitsniveau im Burgenland und gleichzeitig neue Herausforderungen durch veränderte Kriminalitätsformen.

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