© Krages/Ederer Haghirian

Chronik Burgenland
01/22/2021

Burgenland: Ärztekammer bangt um wohnortnahe Versorgung

Drei Abteilungen in Oberwart und Güssing sind seit 1. Jänner unter gemeinsamer Leitung.

von Thomas Orovits

Ein Primarius, der Abteilungen in zwei Spitälern leitet – das gab es doch schon?

Richtig.

Es ist fast ein Jahrzehnt her, dass der damalige Gesundheitslandesrat Peter Rezar Verbundlösungen in den Krankenhäusern forcierte. Höhepunkt war die Bestellung von Kurt Resetarits zum ersten ärztlichen Direktor für Oberwart und Güssing. Unter Rezars Nachfolger Norbert Darabos waren Verbünde nicht mehr en vogue, auch weil Mitarbeiter und Patienten auf einen Primar im Haus gepocht haben.

Mittlerweile ist LH Hans Peter Doskozil für Spitäler zuständig und auch in der Krages sitzt mit Hubert Eisl ein neuer Geschäftsführer und die landeseigene Krankenanstaltengesellschaft (Krages) unternimmt einen neuen Anlauf für standortübergreifende Abteilungsleitungen.

Seit 1. Jänner 2021 stehen mehrere Abteilungen in den Spitälern Güssing und Oberwart unter gemeinsamer Führung eines Primars.

Eduard Klug übernimmt zusätzlich zur Chirurgie in Oberwart die Abteilungsleitung am Standort Güssing. Standortleiterin in Güssing ist Irmgard Luisser.

Herbert Gruber ist in beiden Häusern Chef der Anästhesie/Intensivmedizin, in Güssing wird die bisherige interimistische Abteilungsleiterin Veronika Tajmel verantwortlich.

Mit Dieter Pertl bekommt auch die Orthopädie/Traumatologie in Oberwart und Güssing einen gemeinsamen Abteilungsvorstand. Standortleiter im kleineren Spital Güssing wird bis März Horst Kallich, danach Werner Maurer-Ertl.

Und nach der Pensionierung des ärztlichen Direktors in Güssing, Wilfried Horvath, folgt ihm interimistisch Gerhard Puhr. Ob Güssing einen eigenen ärztlichen Gesamtleiter behält oder die Oberwarter Spitalsdirektorin Astrid Mayer beide Standorte übernimmt, wird man sehen.

Ärztekammer: "Schwerer Fehler"

Die Spital-Standorte und die wohnortnahe Basisversorgung seien garantiert, erinnert Krages-Chef Eisl an ein Versprechen der Politik. Gleichzeitig müsse jeder Standort „ein besonderes Profil“ bekommen und gut abgestimmt mit den anderen Standorten agieren. „Eine standortübergreifende Personalführung ist ein logischer Schritt“, so Eisl.

Für Ärztekammer-Präsident Michael Lang ist die Rückkehr zu Verbünden indes „ein schwerer Fehler“. Er wundere sich, dass man etwas wiederholt, das schon einmal gescheitert sei. Die Maßnahme bringe keine Kostenersparnis und es sei zu befürchten, dass Abteilungen heruntergefahren würden. Lang: „Ich bin ein Freund von Zusammenarbeit, aber nicht Zusammenlegung“.

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