© Koglbauer Claudia

Chronik Burgenland
12/29/2020

Burgenland: 380 Gedichte für jeden Ortsteil

Franz Geissler bringt zum Jubiläum 100 Jahre Burgenland einen besonderen Gedichtband heraus.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Si houd a kriminella Bänka unweid voun Auntau
laung schou(n) vuarausschauend vua(r)g’sua(r)gt recht schlau:
Waunn deï voun d´Finanzbehöa(r)d’n keïmma/kinnan s´eahm nix weïgganeïhmma,
weul eahm g´hea(r)d nix – si g´hea(r)d ållas seina Frau!

Das ist eine der Kostproben aus der Gedichtesammlung von Franz Geissler. 380 davon, darunter die in speziellem Versmaß geschriebene Limericks, hat der Mattersburger zu Papier gebracht – bevorzugt in burgenländischer Mundart.

Dass es genau 380 Gedichte wurden, ist kein Zufall. „Jede Ortschaft und jeder Ortsteil des Burgenlandes kommt dabei vor“, erklärt Geissler. Anlass für sein Schaffen ist das bevorstehende 100-Jahr-Jubiläum seines Heimatlandes. Außerdem, so die Intention, solle „bei diesen Corona-bedingten Einschränkungen der Humor nicht zu kurz kommen“.

Dass Geissler „alle Ecken und Winkerln des Burgenlandes“ kennt, das ist wiederum seiner früheren beruflichen Tätigkeit geschuldet. 1950 geboren, wuchs Geissler in Mattersburg und Wien auf. Früh entflammte seine Leidenschaft für Naturwissenschaften, der Mattersburger Löschteich diente als einer seiner ersten Forschungsquellen. Und so kam es, dass Franz Geissler aufgrund seiner Begeisterung für die Naturwissenschaft damals als schnellster Student der TU sein Studium der Technischen Chemie absolvierte.

Wie aus viel Wissen Verse wurden

Seine Brötchen verdiente er sich nach der Promotion im burgenländischen Landesdienst, nämlich bei der Biologischen Station Illmitz. Zuständig für die Trinkwasseraufbereitung und die Qualitätskontrolle im Land, war Geissler in allen Dörfern Pannoniens unterwegs. Kennengelernt hat er die Menschen auch in seinen späteren Funktionen als HTL-Lehrer und als Bürgermeister von Mattersburg. Sein Wissen um die Eigenheit jedes Dorfes und ihrer Bewohner goss er dann in Verse.

Gedichtet habe er schon immer, sagt Geissler. „Aber zum Aufschreiben bin ich erst in der Pension gekommen.“ Bei einem Kuraufenthalt 2013 brachte er seine Gedichte zu Papier. Verfasst sind sie meist in Mundart, aber auch im Wiener oder Berliner Dialekt. Da habe er auch gelebt und die Mundart rasch aufgesogen.

Thematisiert wird fast alles. Sei es Politik, Wirtschaft oder Zwischenmenschliches. Auch Liedtexte hat er „umgeschrieben“, Sprichwörter verdreht. Sechs Gedichtbände mit klingenden Namen wie „Ätzend“, „Reizend“ und „Korrosiv“ hat der promovierte Chemiker veröffentlicht.

Aber nicht alle seiner Gedichte seien für den Leser immer lustig, sagt Geissler, der auch über sich selber lachen kann.

„Der Franzi mit seinen Gedichten
wird noch alle Leser moralisch vernichten.
Kommt ihm in der Nacht eine Idee,
steht sie am Morgen schon im PC.
Manche würden darauf gern verzichten!“

Bei Interesse können die Werke unter der eMail Adresse mw-fra-ge@hotmail.com bestellt werden.

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