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09/25/2020

Biber nagen an Nerven der Gemeinden

Bibermanagement verzeichnet gehäuft Anfragen, immer mehr Schäden durch die Nager

von Roland Pittner

Sie nagen sich durch die Ufer der burgenländischen Flüsse und Bäche, stauen Wasser an und bauen imposante Burgen. Doch genau diese Umgestaltung der Landschaft nagt auch immer öfter an den Nerven von Landwirten und Gemeinden. 2015 hat das Land das Bibermanagement Burgenland für die geschützten Tiere ins Leben gerufen.

„Die Anfragen sind jährlich gestiegen“, erklärt die zuständige Landeshauptmann Stellvertreterin Astrid Eisenkopf. In den vergangenen beiden Jahren waren es 70 und 90 Fälle in denen der Biberberater des Landes ausrücken musste. „Viel kann präventiv getan werden und es gibt fast immer eine gute Zusammenarbeit mit den Betroffenen“, sagt Eisenkopf. Eingriffe in den Lebensraum, wie die Entfernung von Biberdämmen oder Biberbauverfüllungen wurden heuer im ersten Halbjahr bereits 13-mal gestartet, dafür sind Bescheide der Behörde nötig. „Die Kosten tragen die Instandhalter des Gewässers, das sind in der Regel die Gemeinden“, erklärt Eisenkopf.

Leithaprodersdorf

In Leithaprodersdorf, Bezirk Eisenstadt-Umgebung, sind die Gemeindearbeiter ständig im Einsatz, wie Bürgermeister Martin Radatz erklärt. Gemeinsam mit den Landwirten werden regelmäßig Biberdämme geräumt. „Sie vermehren sich stark und sind in jedem Graben oder Bach auf unserem Hotter“, erklärt Radatz, der ständig in Kontakt mit dem Bibermanagement ist. Werden Dämme immer wieder errichtet, gibt es auch Ansuchen für die Entnahme von Bibern. Seit 2014 wurden sieben positive Bescheide ausgestellt, um Biber zu fangen und zu töten. Die Fangzeit ist von Oktober bis März, „die Tiere sind irrsinnig schlau und man erwischt sie nur schwer“, weiß der Bürgermeister.

In Jennersdorf gibt es ebenfalls „laufend Probleme“, sagt Bürgermeister Reinhard Deutsch. Hier wurde noch kein Biber getötet, aber zahlreiche Dämme wurden entfernt. Vor allem im Bereich eines Rückhaltebeckens würden die Zuläufe immer wieder mit Dämmen verbaut. „Unsere Mitarbeiter sind extrem dahinter, die Abflüsse freizuhalten, aber die Biber bauen von einer zur nächsten Woche wieder etwas“, sagt Deutsch. Wodurch auch hohe Kosten entstehen.

In Zurndorf, Bezirk Neusiedl, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder ähnliche Probleme. Auch hier wurde der Hochwasserschutz der Gemeinde durch die Nager beschädigt. „Die Situation hat sich gebessert“, sagt Ortschef Werner Friedl. Die Population sei kleiner geworden. „Es gab Revierkämpfe, heute leben die Tiere im Einklang mit den Menschen“, so Friedl.

Etwa 128 Biberreviere gibt es in 65 Gemeinden des Landes, wie das Bibermanagement erhob, eine neue Schätzung wird es im Jänner 2021 geben.

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