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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
07/31/2021

Michael Fink erzählt mit seiner Gitarre Geschichten von zu Hause

Der Vollblutgitarrist veröffentlicht sein erstes Solowerk: Eine musikalische Hommage an seine Heimatstadt Frauenkirchen

von Paul Haider

Es vergeht kaum ein Tag in seinem Leben, an dem er nicht stundenlang die Saiten zupft. Michael Fink ist Gitarrenlehrer von Beruf und auch in seiner Freizeit Vollblutmusiker.

„Ich habe tatsächlich gar keine anderen Hobbys“, antwortet der Frauenkirchner lachend auf die Frage nach seinen Interessen abseits der Musik. „Bis ich 13, 14 Jahre alt war, bin ich noch geskatet und habe Nintendo gespielt wie die anderen Leute in meinem Alter. Aber dann habe ich den Controller gegen die Gitarre getauscht und bin dabei geblieben“.

Mittlerweile hat sich Fink in der österreichischen Musikszene einen Namen als virtuoser Gitarrist gemacht.

Auftritte mit Virginia Ernst und im Falco Musical

Er ist schon mit nationalen Größen wie Virginia Ernst auf der Bühne gestanden, ist mit dem Ensemble des Falco Musicals durch Deutschland getourt und wird regelmäßig für Studioaufnahmen gebucht. Dieser Tage tritt Michael Fink zum ersten Mal so richtig als Solokünstler in Erscheinung. Vorige Woche hat er das Stück „Schülerwiesn 2005“ veröffentlicht.

Was es mit dem Titel auf sich hat, erklärt der Künstler so: „Als ich das Riff geschrieben habe, hat es mich sofort in das Feeling der damaligen Zeit versetzt, als wir nach dem Skateboarden auf der Schülerwiese gesessen sind und Blödsinn gemacht haben.“

Das Lied über die sagenumwobene Wiese vor der Mittelschule ist ein Vorgeschmack auf eine Liedersammlung, die am 20. August erscheinen wird. Das Werk trägt den schlichten Titel „7132“ – die Postleitzahl Frauenkirchens.

In seiner Liebeserklärung an die beschauliche kleine Stadt kommt Michael Fink ganz ohne Worte aus. Seine Gitarre wird nur von Andreas Göschls Schlagzeugspiel begleitet. „Es sind Instrumentalsongs, aber trotzdem ist immer ein Bezug zum Seewinkel da. Mir hat oft schon ein Spaziergang ausgereicht, um inspiriert zu sein“, erzählt der Gitarrist.

Stilistisches Chamäleon

Stilistisch kennt Michael Fink keine Grenzen: Er fühlt sich im Jazz genauso wohl wie im Funk oder im Austropop. Mit seinem Soloprojekt kehrt der 29-Jährige zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. „Ich würde sagen, es ist eine Fusion aus Shred, also technischem Gitarrenspiel, und Emo-Pop-Punk, der Musik, mit der ich groß geworden bin“, erklärt Fink.

Seine ersten musikalischen Gehversuche hat er um die Jahrtausendwende gemacht: Acht Jahre ist Michael alt, als er zum ersten Mal eine klassische Konzertgitarre in der Hand hält. So richtig springt der Funke aber erst im Alter von zwölf Jahren über, mit der ersten E-Gitarre. „Da hat sich alles geändert und ich habe die ganze Zeit Lieder der Red Hot Chili Peppers gespielt“, erinnert sich der heute 29-Jährige.

Schulabbruch zugunsten des Gitarrenstudiums

Es dauert nicht lange bis die erste Band gegründet wird und die Musik einen immer größeren Stellenwert im Leben des jungen Frauenkirchners einnimmt. „Ich habe damals schon gewusst, dass ich nichts anderes als Musik machen will. Im letzten Schuljahr bin ich regelmäßig dem Unterricht ferngeblieben, um Gitarre zu studieren“, erzählt Fink.

Mit 16 macht er tatsächlich ernst – er bricht die Schule ab, um am Joseph Haydn Konservatorium in Eisenstadt E-Gitarre zu studieren. Michael setzt sich, trotz seines zarten Alters, bei der Aufnahmeprüfung als einer von nur zwei Kandidaten durch, die damals in diesem Fach an der renommierten Musikhochschule aufgenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist Michael Fink der jüngste Student, der jemals in der Abteilung Jazz und Popularmusik am „Haydnkons“ aufgenommen wurde.

Michael Fink
ist 29 Jahre alt und kommt aus Frauenkirchen im Bezirk Neusiedl am See. Er ist Absolvent des Joseph Haydn Konservatoriums, unterrichtet E- und akustische Gitarre  

Musik
Michael Finks erste Single „Schülerwiesn2005“ gibt es auf allen gängigen Streaming-Plattformen zu hören, die EP „7132“ folgt am 20. August. Regelmäßige Posts gibt es auf seiner Instagram-Seite: @michael_michael_fink

Mittlerweile hat Michael längst sämtliche Diplome in der Tasche, die das Konservatorium zu bieten hat. Jetzt unterrichtet er selbst die nächste Generation von Gitarrenhelden.

Was ihm bei seiner Lehrtätigkeit besonders wichtig ist? Fink: „Für mich selbst bedeutet Musik, und speziell meine eigenen Songs, immer einen Mix aus Selbsttherapie, Meditation und Abenteuer. Meinen Schülern will ich vermitteln, dass Gitarre spielen cool ist und Spaß macht. Man muss auch auf jeden Schüler individuell eingehen. Wenn mir mein Gitarrenlehrer damals nicht die Songs der Red Hot Chili Peppers gezeigt hätte, hätte ich wahrscheinlich den Spaß am Gitarrespielen verloren. “

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