Asbest-Alarm: Betroffene Steinbrüche könnten monatelang stillstehen
Nach der behördlichen Schließung mehrerer Steinbrüche in den Bezirken Oberwart und Oberpullendorf wegen Asbestbelastung herrscht bei den betroffenen Unternehmen Ratlosigkeit und Verunsicherung. „Der Chef kann seit drei Tagen nicht mehr schlafen, da hängt ja viel dran“, sagt einer der betroffenen Betriebsleiter am Freitag zum KURIER.
Er selbst, so der Betriebsleiter, habe Jahrzehnte lang im Steinbruch gearbeitet und nie habe es bei den jährlichen Prüfungen Beanstandungen gegeben. Auch die regelmäßigen Gesundheitschecks der Mitarbeiter seien okay gewesen.
Wie es jetzt weitergehe, wisse er nicht, meint der hörbar geknickte Betriebsleiter.
Weitere Proben folgen
Aber was können die Unternehmen nun tun? Hoffen.
Denn die BH wird vermutlich noch im Jänner neue Proben anordnen, erläutert der Oberwarter Bezirkshauptmann Peter Bubik auf KURIER-Nachfrage. Damit will man überprüfen, ob es sich bei den Asbestfunden vom November bloß um „Ausreißer“ gehandelt hat – oder eben nicht.
Bei Material- und Bodenproben gemäß § 175 Mineralrohstoffgesetz wurde im November in vier Betrieben das krebserregende Asbest gefunden.
Die Standorte in Glashütten bei Schlaining, Bernstein und Badersdorf im Bezirk Oberwart sowie Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf) erhielten daraufhin von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften (BH) Anfang dieser Woche sogenannte Mandatsbescheide. Darin wurde wegen „Gefahr im Verzug“ die unverzügliche Einstellung des gesamten Gewinnungs-, Abbau- und Aufbereitungsbetriebes angeordnet. Mit anderen Worten, die Betriebe stehen still.
Allein im eingangs erwähnten Steinbruch sind zwischen 10 und 15 Mitarbeiter betroffen.
Die Behörde werde sich auch „noch einmal“ mit den Steinbruch-Betreibern zusammensetzen, versichert Bubik. Es werde wohl Gutachten und Gegengutachten geben, rechnet der Behördenleiter mit einem längeren Verfahren. Erst dann könne nach dem vorläufigen Mandatsbescheid ein endgültiger Bescheid verfasst und zugestellt werden, den die Unternehmen bekämpfen könnten.
Wann es so weit sein könnte, traut sich Bubik nicht zu sagen: „Das wäre Kaffeesudlesen“, das Verfahren sei „mühselig“.
"Größere Geschichte"
Das meint auch der Betriebsleiter, seiner Einschätzung nach könnte „diese Geschichte größer werden“, wenn man nur an den Tunnelbau denke. Ein – nicht betroffener – Steinbruchbetreiber erwartet aufgrund der behördlichen Sperre und der Diskussionen höhere Kosten für Gemeinden beim Güterwegebau und Abwanderung der Kunden nach Ungarn.
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