© ORF/Andi Bruckner

Chronik Burgenland
09/09/2021

Alte Rivalen rittern um Chefsessel im ORF Burgenland

Sechs Bewerber für ORF-Landesdirektion: Werner Herics und Walter Schneeberger sind Favoriten, eine Frau könnte lachende Dritte sein.

von Thomas Orovits

Heute endet die Bewerbungsfrist für den Medien-Job mit dem höchsten Prestige – und dem üppigsten Salär, kolportiert werden 200.000 bis 250.000 Euro brutto jährlich.

Sechs Kandidaten haben sich laut Informationen des KURIER bis gestern beim designierten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann um den Posten des ORF-Landesdirektors beworben.

Neben dem seit 2016 amtierenden Werner Herics (56), der fünf Jahre ältere langjährige Chefredakteur Walter Schneeberger, Politik-Redakteurin Patricia Spieß, Moderatorin Elisabeth Pauer-Gerbavsits, Programmchefin Ursula Hofmeister und der nach Jahrzehnten bei Radio Burgenland zu Ö1 abgewanderte Gerhard Krammer.

Dass sich in letzter Minute weitere Interessenten melden, ist unwahrscheinlich; dass sie Chancen hätten, nahezu ausgeschlossen.

Entscheidung fällt am 16. September

Am 16. September schlägt Weißmann seine Favoriten (zu besetzen sind alle neun Landesdirektionen und vier Direktionen am Küniglberg) dem türkis dominierten Stiftungsrat vor, der das Paket beschließt.

Was die Landesdirektoren betrifft, muss der ORF-General laut § 23 des ORF-Gesetzes davor die Stellungnahme des Landes einholen. Ein Gespräch zwischen Weißmann und LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) soll es schon gegeben haben, eine endgültige Entscheidung dürfte aber noch nicht gefallen sein.

Was sich aber sagen lässt: Die besten Chancen haben der aus dem Bezirk Oberwart stammende Herics und Schneeberger aus dem Bezirk Mattersburg.

Wobei Letzterer in den vergangenen Wochen und Monaten für alle sichtbar deutlich gemacht hat, dass er es noch einmal wissen will. Schneeberger war an fast allen Commerzialbank-U-Ausschuss-Tagen im Medienraum zugegen, zuletzt fuhr er sogar nach Schlaining zum ORF-Sommergespräch mit Doskozil.

Hermetische Achse

Der 61-jährige Schneeberger, ein im Job Junggebliebener, ist seit 2001 Chefredakteur. 2016 ist er Herics unterlegen – seither belauern einander beide.

Offenbar, so wurde dem KURIER von verschiedenen Seiten bestätigt, ist Schneeberger zuletzt in Doskozils Gunst gestiegen. Woran das genau liegt und was gegen Herics spräche, ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar – zu hermetisch abgeschlossen ist die Achse Landhaus-Landesstudio.

In Wien werden die Ambitionen Schneebergers kritisch beäugt, er gilt vielen als zu SPÖ-nahe. Wobei: Entschiedene SPÖ-Ferne kann man kaum einem der sechs Kandidaten unterstellen.

Duell mit lachender Dritter?

Von der Frontstellung der beiden Männer könnte eine Frau als lachende Dritte profitieren, zumal Weißmann angekündigt hat, den Frauenanteil in der Führungsriege anheben zu wollen.

Wahrscheinlicher ist aber eine Frau als Chefredakteurin, falls Schneeberger tatsächlich Landesdirektor werden sollte. Denn dass Herics den Posten unter Schneeberger ausübt, ist keine Option.

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