Sonntagabend verkündete Wahlleiter Halper (li.) den Sieg von Steindl (2. v. re.). Rohrer (re.) gratulierte, Parteimanager Sagartz freut sich über die gute Organisation

© Thomas Orovits

ÖVP-Urabstimmung
04/27/2014

87 Prozent der VP-Mitglieder für Steindl

13 % für Rohrer, Wahlbeteiligung: 57,6 %. Montag tagen Gremien.

von Thomas Orovits

Nach Wochen des Hoffens und Bangens standen ÖVP-Landesparteiobmann Franz Steindl am Sonntagabend die pure Freude – und ein Anflug von Triumph – ins Gesicht geschrieben. 87,06 Prozent der ÖVP-Mitglieder votierten bei der Urabstimmung der Partei für den 54-jährigen Purbacher als Spitzenkandidat für die Landtagswahl, die voraussichtlich im Mai 2015 stattfindet. Steindl selbst hatte die Basis angerufen, nachdem Anfang des Jahres innerparteiliche Kritik an ihm laut geworden war. Sein Herausforderer Jürgen Rohrer (40) aus Lutzmannsburg erreichte 12,94 Prozent der Stimmen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 57,6 Prozent. Ein „großartiger“ Wert, befand Steindl – mehr als bei jeder Wahl zu einer Interessensvertretung. Dazu muss man wissen, dass der seit 2000 amtierende Parteichef und Landeshauptmannstellvertreter in Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer nicht nur Freunde hat.
Wahlberechtigt waren bei dieser österreichweiten Premiere eines Partei-Plebiszits zur Kür des Spitzenkandidaten 27.216 Mitglieder von Partei und Bünden. Auf Steindl entfielen 13.211, auf Rohrer 1964 Stimmen. In seiner Heimatgemeinde Purbach kam Steindl übrigens auf 99,1 %, Rohrer in Lutzmannsburg auf 82 %.

Formell hätten für den Sieg im Land 50 Prozent plus eine Stimme gereicht, politisch wäre solch ein knappes Ergebnis freilich einem Misstrauensvotum nahe gekommen. Umso gestärkter sieht sich der Langzeitparteichef, der im Vorfeld strikt vermieden hatte ein Wahlziel zu nennen. „Es ist klar, dass ich die Nummer eins für die Landtagswahl bin“, betonte Steindl, der auch seine Partei nach dieser Mobilisierung im Aufschwung sieht.
Wäre da aus Sicht der ÖVP nicht eine Vorverlegung der Landtagswahl wünschenswert? „Ich bin absolut gegen eine Vorverlegung, wir arbeiten bis zum letzten Tag“.

Präsidium und Vorstand der ÖVP tagen Montagvormittag, um Steindl formell als Spitzenkandidat zu nominieren, der Wahlsieger kündigte Sonntagabend aber auch Überraschungen an. Dem Vernehmen nach geht es auch um Vorwahlmodelle für die Landtagswahl.

Der unterlegene Jürgen Rohrer, der sein Wahlziel zwischen 10 und 30 Prozent angesiedelt hatte, gratulierte Steindl, klagte aber auch über einen „faden Nachgeschmack“, weil ihm zwei „Verstöße gegen die Spielregeln“ bekannt geworden seien. In Unterschützen sei eine fliegende Wahlkommission schon am Samstag unterwegs gewesen. Landeswahlleiter Dietmar Halper bestätigte auf KURIER-Anfrage, dass Rohrer ihn deshalb kontaktiert habe. „Ich habe das sofort abgestellt“, sagte Halper. In Unterschützen seien „Übereifrige“ am Werk gewesen, die offenbar fürchteten, am Sonntag nicht fertig zu werden. Und in Schachendorf soll die mobile Wahlkommission ohne Urne unterwegs gewesen sein, wird in einem anonymen Mail behauptet. Halper will beide Fälle prüfen, verwies aber auch darauf, dass es da wie dort keine Auswirkungen aufs Gesamtergebnis gebe.

Eine Anfechtung fasst Rohrer nicht ins Auge. „Ich will die ÖVP-Familie ja unter einen Hut bringen und nicht zerstören“. Und der unterlegene Kandidat deutete auch an, dass er gern für den Landtag kandidieren würde.

Die SPÖ sieht Steindl gescheitert, denn „weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten haben für ihn als Spitzenkandidat votiert.“

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