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Chronik Burgenland
06/29/2020

337.000 Euro Schaden: Polizei forscht Diebesbande aus

Die mutmaßlichen Täter sollen 65 Diebstähle verübt haben. Burgenländische Ermittler kamen der Bande auf die Spur.

Autos, landwirtschaftliche Maschinen, Sportausrüstung Werkzeuge und sogar Pokale: Eine siebenköpfige Bande aus Ungarn soll seit Ende des Vorjahrs Dutzende Eigentumsdelikte im Burgenland, NÖ und der Steiermark verübt haben.

Neben 18 Fahrzeugdiebstählen werden dem Septett Einbrüche in Wohnhäuser und Sportanlagen zur Last gelegt. Kriminalbeamten aus dem Burgenland ist es gelungen, die Diebstahlsserie zu klären.

Als Verdächtige wurden sechs Männer im Alter von 18 bis 41 Jahre ausgeforscht. „Darunter waren auch der 21-jährige mutmaßliche Haupttäter und seine 15-jährige Freundin“, sagt der stellvertretende Landespolizeidirektor, Generalmajor Werner Fasching.

Die Coups hatten im November 2019 begonnen. Damals wurde in der Grenzgemeinde Liebing (Bezirk Oberpullendorf) ein Traktor gestohlen, der später im nahe gelegenen ungarischen Köszeg entdeckt worden war.

In den darauffolgenden Wochen häuften sich die Diebstähle nicht nur im Mittelburgenland, sondern auch in den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen. 37 Delikte wurden im Burgenland verübt, 22 in NÖ, sechs in der Steiermark, sagt Fasching.

Der Hauptverdächtige soll früher als Prospektverteiler in der Nähe der späteren Tatorte tätig gewesen sein. Als Zielobjekte wurden etwa Fahrzeuge ausgesucht, die unversperrt waren, oder in denen die Schlüssel sichtbar verwahrt waren, erläutert der Leiter des Landeskriminalamts, Oberst Ernst Schuch. Die Fahrzeuge wurden für die Diebestouren verwendet. „War bei einem der Tank leer, haben sie das nächste gestohlen.“

Die Täter – sie waren zum Tatzeitpunkt alle arbeitslos – hätten in unterschiedlichen Konstellationen zugeschlagen. Mit von der Partie soll bei allen Coups der 21-jährige Haupttäter gewesen sein. „Sie sind immer dann auf Beutetour gefahren, wenn sie Geld gebraucht haben“, sagt Schuch. Das Diebesgut soll dann ein Hehler in Ungarn verkauft haben.

Der mutmaßliche Haupttäter wurde im Februar mit einem gestohlenen Fahrzeug erwischt, er sitzt derzeit in einer Justizanstalt in Ungarn. Aufgrund der Corona-Krise mussten auch die anderen Verdächtigen ihre Aktivitäten einstellen. Der Fall soll nun in Ungarn verhandelt werden. Polizei-Vizechef Fasching lobte in dem Fall die gute Zusammenarbeit mit den ungarischen Ermittlern.