2. Landtagspräsi­dent Kurt Lentsch tritt nicht mehr an

leerer landtagsitzungssaal, landtag
Foto: GEORG GESELLMANN/georg gesellmann Bei der letzten Landtagswahl 2010 wurde fast die Hälfte der 36 Mandatare ausgetauscht, 2015 könnten auch zwei der drei Präsidenten nicht mehr dabei sein

Auch 3. Präsident Moser könnte gehen. Insgesamt mehr neue Gesichter bei der ÖVP.

Nach der Landtagswahl 2010 kam es zum großen Sesselrücken. 16 der 36 Abgeordneten zogen erstmals ins Landesparlament ein. Ob die Auffrischung 2015 wieder so kräftig ausfällt, ist  fraglich, viel hängt davon ab, ob neben SPÖ (18 Mandate), ÖVP (13), FPÖ (3), Grünen und Liste Burgenland (je 1) auch Neos und/oder Team Stronach den Einzug schaffen.

Schon jetzt, mehr als ein Jahr vor dem vermutlichen Wahltermin im Mai 2015, ist aber ein gewichtiger Abgang fix: Der Zweite Landtagspräsident Kurt Lentsch (ÖVP) kandidiert nicht mehr. „Drei Perioden sind genug“, sagt der 54-jährige Steuerberater, der dem Landtag seit 2000 angehört und seit 1997 auch Bürgermeister in Neusiedl am See ist, zum KURIER. „Ich habe mit meinem Betrieb noch was vor und leben möchte ich auch noch“, begründet einer von zwei Wirtschaftsbündlern im VP-Klub seinen Abschied im kommenden Jahr. Ob er 2017 noch einmal  als Stadtchef kandidiert, lässt er offen. Ein möglicher Nachfolger  für den Landtag ist Stefan Kast, Neusiedler Gemeinderat und Bürochef von Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld.

Parteiintern wird auch mit dem Abgang von Matthias Weghofer, Werner Gradwohl, Andrea Gottweis und Helmut Sampt gerechnet.
Gemeindebundpräsident Leo Radakovits hat zwar den Güssinger Bezirksvorsitz an Bundesrat Walter Temmel abgegeben, ob er sich auch aus dem Landtag zurückzieht, will der Güttenbacher Bürgermeister aber erst gegen Jahresende entscheiden. Der 54-jährige Radakovits sitzt seit 2005 im Landtag und will seine Entscheidung davon abhängig machen, ob er weiter alle Aufgaben „zu 100 Prozent erfüllen kann“. Gemeindebundchef bleibt er in jedem Fall.

Bei der SPÖ könnte es ebenfalls einen prominenten Aussteiger geben, der Dritte Landtagspräsident Manfred Moser überlege noch, hört man aus der Partei. Der medienscheue Anwalt war für den KURIER nicht erreichbar. Moser und VP-Gradwohl sind am längsten dabei, als sie 1987 erstmals angelobt wurden, hatte  sich eben Langzeit-Landeshauptmann Theodor Kery verabschiedet.

So gut wie sicher ist hingegen, dass der Illmitzer Josef Loos nicht mehr kandidiert. Auf wackeligen Beinen steht der Wiedereinzug von Mario Trinkl, der 2010 das „Jugendmandat“ bekommen hat, dafür ist er 2015 zu alt. Ob er sich im Bezirk Jennersdorf gegen Ewald Schnecker durchsetzt, ist  fraglich. Keine Frage ist hingegen für den Oberwarter Ex-Bürgermeister Gerhard Pongracz sein Wiederantreten 2015.

Bisher hat nur die FPÖ  ihre Liste präsentiert. Mit Hans Tschürtz, Ilse Benkö und Gerhard Kovasits bleibt das aktuelle Landtagstrio an der Spitze. Auch der einzige Mandatar der Liste Burgenland, Manfred Kölly, dürfte wieder ins Rennen gehen. Die Liste hält ein zweites Mandat für realistisch, wer das besetzen könnte, ist noch offen.

Schon gewechselt haben die Grünen, Ende Jänner hat Wolfgang Spitzmüller das Mandat von Michel Reimon übernommen, der Ende Mai ins EU-Parlament einziehen möchte. Bleibt es 2015 bei einem Grün-Mandat, müsste Spitzmüller wieder Platz machen, Listenerste ist diesmal Parteichefin Regina Petrik.

(Kurier) Erstellt am
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