Chronik
09.11.2016

Bereits der vierte Waldrapp abgeschossen

Wieder wurde ein streng geschützter Waldrapp in Italien am Weg ins Winterquartier sinnlos getötet.

Regelrecht gespickt mit Schrotkörnern wurde bei Brescia in Italien der nächste abgeschossene Waldrapp gefunden. Der streng geschützte Jungvogel "Enno" stammte aus dem Wiederansiedelungprojekt im österreichisch-bayrischen Grenzgebiet. Es ist in diesem Herbst bereits der vierte besenderte Vogel, der aus dem von der EU unterstützten Projekt des Waldrapp-Teams kommt.

Am Weg ins Winterquartier in der südlichen Toskana wurden seit dem 1. September – da beginnt in Italien die Jagdsaison – schon die Vögel "Kato" und "Tara" getötet. Das Weibchen Thor überlebte einen Abschuss schwer verletzt. Der junge "Enno" hatte mit Tara seinen Leitvogel verloren und befand sich deshalb vorige Woche, als ihn ein Unbekannter abschoss, noch nicht im Wintergebiet. Das Waldrapp-Team hat eine internationale Petition aufgelegt und wird die Gerichte mit den Abschüssen befassen. Waldrapp-Team-Leiter Johannes Fritz: "Jeder unserer Vögel ist besendert. So können wir genau dokumentieren was mit ihnen passiert. Es ist wohl dramatisch wieviele Tiere anderer Arten da noch abgeschossen werden."