Jan Josef Liefers blickt hinter die Mauern einer Eliteschule

Die 7. Stunde
Foto: ZDF und Conny Klein/ZDF/Conny Klein Vernau (Jan Josef Liefers) und Marie Luise (Stefanie Stappenbeck) steigen heimlich in die Schule ein

Ein routiniert gestrickter TV-Thriller

Die Fassade stimmt: Eine Privatschule im edlen alten Gemäuer einer ehemaligen Nervenheilanstalt. Junge, coole Menschen, denen der Erfolgsweg vorgezeichnet ist. Eine taffe Schuldirektorin. In diesem Umfeld "der Besten" soll der in Geldnöten steckende Berliner Anwalt Joachim Vernau vorübergehend den "Teen Court" leiten. Diese Schülergruppe richtet über kleinere Verstöße gegen die Hausordnung.

Sehr schnell muss Vernau aber erkennen, dass am Von-Stein-Campus etwas falschläuft. Gleich in seiner ersten Schulstunde projiziert er ungewollt die Botschaft "Tod Euch allen" an die Wand. Er erfährt, dass im Geheimen Rollenspiele nach alten Krankenakten stattfinden. Und eine Schülerin stirbt nach einem Giftanschlag.

Bestseller

"Die 7. Stunde" – Montag um 20.15 im ZDF – ist ein routiniert gestrickter TV-Thriller mit Jan Josef Liefers als Joachim Vernau nach dem gleichnamigen Krimi-Bestseller von Elisabeth Herrmann. "Die Story verwischt die Grenze zwischen Wahnsinn und Normalität. Vieles ist ,scheinbar‘ an dieser Schule und an der smarten Oberfläche der Schüler, die Vernau in der siebenten Stunde unterrichtet", erklärt der ROMY-Preisträger in einem Interview. "Niemand würde je darauf kommen, dass eben diese jungen Leute sich in einer selbstgeschaffenen dunklen Parallelwelt verrannt haben – wie in einem real gewordenen Computerspiel, über das sie längst die Kontrolle verloren haben."

Die Elite-Schule trachtet danach, dass nichts nach außen dringt. "Ich kenne solche Schulen nicht von innen, aber es gibt sie. Wenn dort etwas aus der Balance gerät, wird es so lange unter den Teppich gekehrt, bis irgendwann etwas Schreckliches passiert." Die Kinder wiederum seien für große Karrieren in Wirtschaft, Justiz oder Politik vorgesehen, kämpften mit den hohen Erwartungen ihrer Eltern und stünden unter hohen Druck.

Ideologie

Mit seiner eigenen Schulkarriere hat dies alles nichts zu tun. "Ich bin in der DDR zur Schule gegangen", so Liefers. Seine Erinnerungen daran sind gemischt. "Alles in allem bin ich gut durchgekommen, aber ich bin eher nicht so gerne hingegangen. Ein paar Lehrer waren sehr cool. Andere nicht. Und alles stand immer unter politischen Vorzeichen. Viel Ideologie war da im Spiel. Mein Eindruck ist immer noch, dass Schule als System sich progressiver entwickeln müsste."

Neben Liefers spielen in "Die 7. Stunde" als Anwaltskollegin Hoffmann Stefanie Stappenbeck (auch am 2. 1. im ARD-Thriller "Ohne Dich") und Sophie von Kessel als Direktorin. Zudem holt Friedrich "Supergeil" Liechtenstein als Impro-Künstler Whithers Mutter Vernau und Freundin in eine Dreier-WG.

"Die 7. Stunde" ist eine Fortsetzung von "Die letzte Instanz", das in Deutschland ein Millionen-Publikum fand. Und eine weitere Vernau-Folge ist bereits geplant. Liefers: "Wie es aussieht, wird es um ein Verbrechen gehen, dessen Ursprung weit zurückliegt und das auf tragische Weise in der Gegenwart quasi explodiert. Die Verstrickungen werden über die Grenzen Deutschlands und Europas hinausreichen bis nach New York."

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?