Ein Fußball-Talent erhöht auf 16:5 gegen Ski-Österreich

Der Fußball rollt erst im Juni, heißt es in einem TV-Spot des Finanzministeriums. Mit der Fernseh-Werbung soll dem Bürger bewusst gemacht werden, wie gut es der Staat mit ihm meint, zumal die Steuererleichterung schon vor der EM erfolgt.

Wär’s nicht heikel, sich rechthaberisch mit dem Fiskus anzulegen, könnte die Bundesliga gegen den Spot protestieren. Denn ihre "Frühjahrssaison" beginnt eben wegen der EM schon am Wochenende.

Bis Mitte März, wenn Marcel Hirscher in St. Moritz zum finalen Duell gegen Henrik Kristoffersen antritt, müssen sich die Kicker noch mit den Skistars um die öffentliche Anteilnahme via ORF matchen. Der startet die Fußball-Saison Sonntag mit 90 Live-Minuten von Admira – Red Bull Salzburg. Durchaus möglich, dass die Skifahrer den Quotenvergleich klar gewinnen. Obwohl die Ski-Übertragungen aus Südkorea am kommenden Wochenende jeweils um 3.45 Früh (MEZ) beginnen. Und obwohl das gestrige Abschneiden der Herren das Ski-Interesse nicht rasend erhöhen wird.

Kein Österreicher unter den Top Ten. Und Abfahrer aus vier Nachbarländern, darunter zwei Slowenen und ein Deutscher, besser platziert als der beste ÖSVler. Allerdings war am Samstag ohnehin am wichtigsten, dass jenes Röntgenkontrastmittel, das die Weltcup-Veranstalter in Garmisch erstmals zur Kursmarkierung verwendeten, nicht für seinen eigentlichen Zweck benötigt wurde.

Wie eine Woche vor Kitzbühel auf dem Lauberhorn, so überstanden auch ein Woche nach Kitzbühel alle Starter ihre Mutprobe ohne folgenschweren Verletzungen.

Spätestens beim nächsten argen Sturz aber wird wieder Bestürzung herrschen, und es mit dem immer extremer werdenden medialen Hang zum Superlativ heißen, dass es noch nie so viele Rennopfer gab.

Ohne das Pisten-Rodeo verniedlichen zu wollen, hat doch daran erinnert zu werden, ...

... dass im letzten Jahrhundert die Weltcup-Raserei noch mehr Opfer gefordert hatte;

... und dass sich im Fußball die schweren Knieverletzungen mittlerweile ähnlich gehäuft haben, wie die zehnköpfige Kreuzbandopfer-Liste von A (Teamtormann Robert Almer) bis Z (Marcel Ziegl/SV Ried) in der Zehnerliga zeigt.

Nur wirken die Ursachen, die zumindest sechsmonatige Wettkampfpausen erfordern, selten so aufregend wie im Rennlauf. Weil bei Abfahrten Lebensgefahr nie auszuschließen ist und TV-Augenzeugen schon froh sind, wenn der Gestürzte noch aufsteht.

Trotzdem gibt es – wenn auch immer seltener – noch Eltern, die omnibegabten Sprösslingen zum Ski-Rennlauf raten. Wie jene von Aleksander Aamodt Kilde, der mit einer Fußball-Karriere spekuliert hatte, ehe er Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud beim Quereinstieg ins Alpinlager sofort auffiel. Weil er sich beim Konditionstraining noch mehr überwinden kann als seine Vorbilder.

In Garmisch hat Aamodt Kilde mit seinem Sieg auf 16:5 für Norwegen erhöht im Ländermatch gegen Österreich.

(kurier) Erstellt am
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