Netrebko: Ein echter Superstar kehrt zurück

Eugen Onegin…
Foto: Michael Poehn Netrebkos Rollendebüt mit "Eugen Onegin" in Wien. Im Herbst eröffnet sie damit die MET.

Ausnahme-Sopranistin Anna Netrebko feierte als Tatjana in "Eugen Onegin" einen Triumph an der Staatsoper.

Wenn etliche Menschen verzweifelt nach Karten suchen, wenn das Gedränge vor und im Haus ungeahnte Ausmaße annimmt, dann, ja dann hat sich an der Wiener Staatsoper ein echter Superstar angesagt. Und Anna Netrebko ist ein echter Superstar. Das bewies die russisch-österreichische Sopranistin zum Auftakt der aktuellen Spielserie von Tschaikowskys „Eugen Onegin“ wieder eindrucksvoll.

Betörende Gestalterin

Ihre erste Tatjana sang Anna Netrebko im Haus am Ring, und sie sang diese Partie (Reprisen am  15., 18. und 22. April) eindrucksvoll. Herrlich etwa die Briefszene; betörend ihr finales Treffen mit Onegin. Denn Netrebko lässt vokal keine Wünsche offen, ist  zudem eine vollendete Gestalterin. Sie reiht sich in die Liste der größten  Interpretinnen dieser Rolle ein und ist  ein Geschenk an die Opernwelt.

Eugen Onegin… Foto: Michael Poehn Mit Netrebko bejubelt: Dirigent Andris Nelsons, der am Pult des   delikat, farbenreich  und  fabelhaft aufspielenden Orchesters ein echter Gestalter ist. Dazu kommt mit  Tenor Dmitry Korchak ein ausgezeichneter Lenski und mit Bariton  Dmitri Hvorostovsky ein  bewusst auf unsympathisch getrimmter Onegin.

Eher farblos Alisa Kolosova als Olga und Konstantin Gorny als Gremin; gut Norbert Ernst, Aura Twarowska und Zoryana Kushpler. Diese Oper aber heißt „Tatjana“.

KURIER-Wertung: **** von *****

(kurier) Erstellt am
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