Hooligans stürmten türkisches Vereinslokal

30 Mitglieder von „Unsterblich Wien“ drangen gewaltsam in das Ernst-Kirchweger-Haus in der Wielandgasse ein. Ein Mann wurde dabei verletzt.

Das Vereinslokal im Ernst-Kirchweger-Haus wurde am Sonntag von bewaffneten Hooligans überfallen. Nadir Aykut von KOMintern ist betroffen. Ein Mitglied seines Vereins wurde bei dem Überfall verletzt.

Es war Sonntagnachmittag gegen 13.30 Uhr. Ein Mitglied der kommunistischen Gewerkschaft KOMintern und des türkisch-kurdischen Kulturvereins ATIGF war gerade dabei, das Vereinslokal im Ernst-Kirchweger-Haus in der Wielandgasse im zehnten Bezirk  zu verlassen. Doch im Stiegenhaus wurde der Mann verprügelt.

Mit Holzknüppeln, Steinschleudern und Glasflaschen bewaffnet, drangen etwa 30 Hooligans in das Vereinshaus ein.  „Die Männer haben gezielt jenen Eingang angesteuert, der zum türkischen Verein führt“, sagt Gerhard Mack von der Kommunistischen Gewerkschaft. „Der Mann im Stiegenhaus hat geschrien und uns alarmiert“, sagt Mack. Dann hätten Mitglieder der Gewerkschaft und des Vereins versucht, die Hooligans vom Haus auf die Straße zu drängen. Neun Männer – allesamt von der Angreifergruppe – wurden laut Polizei festgenommen und noch Sonntagabend einvernommen. Der Verletzte wurde im Spital behandelt.

Wie sich herausstellte, steht die rechtsextreme Fangruppe der Wiener Austria, „Unsterblich Wien“, hinter dem  Angriff. Das bestätigt auch die Wiener Polizei.  Das Landesamt für Verfassungsschutz ermittelt. Der  Fangruppe „Unsterblich Wien“ wurde von der Wiener Austria Anfang des Jahres der offizielle Status als Fanclub aberkannt. Alle Mitglieder erhielten Stadionverbot. Laut Polizei war am Sonntag noch nicht klar, ob der Angriff auf das Vereinslokal gezielt erfolgte, oder ob die Hooligans zufällig in das Haus eingedrungen waren.

Nadir Aykut, Vorsitzender Gewerkschaft KOMintern, ist betroffen: „Unsere Antwort muss trotzdem darin liegen, die rechten Hetzer und Schläger zurückzudrängen und gewerkschaftliche Politik für alle  Arbeitenden zu machen“, sagt Aykut.

Vor Wiener Derby

Am Sonntag befanden sich etwa 60 Personen von ATIGF und der kommunistischen Gewerkschaft im Ernst-Kirchweger-Haus.  Die Gewerkschaft hielt dort eine Tagung ab. Der Angriff auf den Migrantenverein geschah pikanterweise nur zwei Stunden  vor  Anpfiff des Wiener Derbys im Stadion der Wiener Austria.

(kurier) Erstellt am