Ex-Wrestlerin ging mit Hunde-Kindergarten k.o.

Aus für Hundekindergarten
Foto: KURIER/Gilbert Novy Beate Kavka (hier mit Stuart) ist von den Behörden enttäuscht.

Obwohl sie nicht Gewinn-orientiert arbeiten will, müsste Hundesitterin eine Tierpension eröffnen.

Beate Kavka ist hart im Nehmen. Als ehemalige Wrestling-Europameister ist die  50-Jährige Kämpfe ohne Regeln gewöhnt. Jetzt muss sie allerdings eine schmerzhafte Niederlage einstecken: Nach fast zehn Jahren schloss ihr geliebter Hunde-Kindergarten in Mariahilf diese Woche für immer seine Pforten.

2006 hatte sie ihn eröffnet. Auf 48 Quadratmeter in der Mollardgasse 38. Das Angebot richtete sich an Berufstätige, die ihren Hund tagsüber nicht allein lassen wollten. Fixkosten verrechnete sie dafür nicht – jeder zahlte, was er sich leisten konnte. Genommen wurde aber auch nicht jeder. Aggressive oder gar bissige Tiere lehnten Kavka und ihre Geschäftspartnerin ab.

Keine Bewilligung

Fast zehn Jahre lang ging das gut. Doch eine anonyme Anzeige aus der Nachbarschaft beendete die Idylle: Darin wurde Bezirksvorsteher Markus Rumelhart  (SP) Ende 2014 gefragt, ob der „Kindergarten“ überhaupt genehmigt sei. Er fragte daraufhin beim Veterinäramt (MA60) nach – und erhielt die Information, dass es am genannten Standort keine tierschutzrechtliche Bewilligung für eine Tierpension gebe.

Eine solche, wolle man auch gar nicht sein, erklärt Frau Kavka. Denn dafür müsse man „Zwinger aufstellen und eine Quarantänestation einrichten“ – wofür der Platz fehle. Und öffentlich wäre man dann auch –  was quasi das Ende des nicht Gewinn-orientierten Hundesittings unter Freunden bedeute. „Nein, das sind wir nicht“, betont sie.

Seitens der Behörde bestätigt man zwar den gestiegenen Bedarf an Hunde-Betreuungen. Im konkreten Fall widersprach aber wohl zu vieles den Auflagen nach der Gewerbeordnung.

Gericht zog Schlussstrich

Voriges Jahr ergab eine Kontrolle der MA60, dass es hinten und vorne fehlte: In der Mollardgasse gab es weder getrennte Unterkünfte für die Tiere, noch eine Quarantänestation; keine Aufzeichnungen, keine erforderlichen Ausbildungsnachweise der Mitarbeiter, ja nicht einmal geeignete Räumlichkeiten.

Frau Kavka warf also das Handtuch. Sie wundert sich allerdings, warum  etwas, das zehn Jahre kein Problem war, auf einmal eines sein soll.
Die Antwort ist einfach: Die Mühlen der Behörden mahlen langsam.

Im Visier von Veterinäramt und Gewerbebehörde war der Hunde-Kindergarten schon seit Jahren. 2009 waren beim Unabhängigen Verwaltungssenat bereits vier Verfahren gegen ihn anhängig. Das Landesverwaltungsgericht pochte jetzt auf die Einhaltung der Auflagen und zog einen Schlussstrich unter die Causa.

(Kurier) Erstellt am
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