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Die Polizei konnte den Steirer weder mit Nagelsperre noch mit Auto-Blockade stoppen. (Symbolbild)
Die Polizei konnte den Steirer weder mit Nagelsperre noch mit Auto-Blockade stoppen. (Symbolbild) - Foto: Reuters/SRDJAN ZIVULOVIC

Letztes Update am 03.01.2013, 16:34

Steirer narrt slowenische Polizei. Österreicher durchbrach eine Straßensperre und tötete zwei Polizeihunde.

Er fuhr unsicher und rücksichtslos“, sagt Polizeisprecher Bastian Glavic. Am Ende waren der 30-jährige Mann aus Deutschlandsberg und vier Polizisten zum Teil schwer verletzt. Zwei Polizei-Schäferhunde sind tot. Das Motiv für die wilde Jagd über die slowenische Autobahn in der Nacht auf Donnerstag ist aber selbst für die lokale Polizei unklar: „Wir wissen nicht, warum er das gemacht hat. Er war nicht betrunken und in seinem Auto haben wir nichts Illegales gefunden“, berichtet Glavic dem KURIER.

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Foto: KURIER/apa
Fest steht, dass der Steirer gegen ein Uhr Früh eine Anhaltung durch eine Autobahn-Funkstreife ignoriert hatte. Diese und ein weiteres Polizeiauto nahmen daraufhin die Verfolgung des BMW-Fahrers auf. Um die wilde Fahrt zu stoppen, legten die Beamten auch eine Nagelsperre über die Fahrbahn. Doch diese wirken (ähnlich wie Autobahnkrallen) nur langsam. Der 30-Jährige konnte seine Fahrt fortsetzen, obwohl er anschließend die Leitplanke touchierte.


Schwerer Crash

Bei der Autobahnausfahrt Bled/Lesce wartete eine vierte Streife mit eingeschaltetem Blaulicht. Es handelte sich um ein Fahrzeug der Diensthundeabteilung, im Kofferraum waren zwei Schäferhunde untergebracht. Als der Steirer das Fahrzeug sah, verlor er offenbar die Kontrolle über seinen BMW und donnerte mit voller Wucht gegen das Heck des Polizeifahrzeugs. Während das Auto des Flüchtenden rund 50 Meter weiter in einem Graben zum Stillstand kam, mussten die zwei Insassen der Funkstreife von der Feuerwehr herausgeschnitten werden. Für die beiden Polizeihunde im Kofferraum gab es keine Hilfe mehr, sie waren sofort tot.

Sowohl der 30-jährige Steirer, als auch ein ebenfalls schwer verletzter Polizist befinden sich im Krankenhaus Jesenice nicht in Lebensgefahr. „Beide haben Kopfverletzungen mit kleineren Gehirnblutungen erlitten“, sagte Chirurg Robert Carotta. In Jesenice wird noch ein weiterer Polizeibeamter behandelt. Er hat leichte Verletzungen davongetragen und bereits am heutigen Freitag entlassen. Zwei weitere Beamte wurden leichter verletzt.

Erst im November war ein 43-jähriger Wiener nach einer wilden Verfolgungsjagd von Graz nach Slowenien in einem slowenischen Spital gestorben. Den Mann hatte eine allergische Reaktion auf das von der Polizei eingesetzte Tränengas das Leben gekostet, wie sich erst im Dezember herausgestellt hatte.

(KURIER) Erstellt am 03.01.2013, 16:34

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