Silvester: Sexuelle Übergriffe und Diebstähle auch in Salzburg und Wien

Silvesterfeuerwerk, Salzburg, 2009-12-31; Foto: Fr…
Foto: Chris Hofer Silvesternacht in Salzburg

22-Jährige von zwei unbekannten Männern unsittlich berührt. 20-Jährige von 23-jährigem Syrer sexuell belästigt.

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln hat nun auch die Salzburger Polizei von mehreren Fällen in der Stadt Salzburg berichtet. Dass die Übergriffe erst jetzt publik wurden, habe aber nicht mit Verschweigen zu tun, sagte eine Polizeisprecherin. Vielmehr dürfte erst die umfangreiche Medienberichterstattung Betroffene dazu animiert haben, sich zu melden.

Ein 23-jähriger syrischer Staatsangehöriger zündete an Silvester in der Salzburger Altstadt in einer Menschenmenge eine Feuerwerksbatterie und senkte sie in Richtung einer 17-jährigen Schülerin aus dem Flachgau. Die Schülerin wurde durch die Feuerwerksbatterie im Bereich des Bauches leicht verletzt. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 23-Jährige kurz zuvor eine 20-Jährige aus Bayern in der Innenstadt sexuell belästigt habe. Der 23-Jährige wird angezeigt.

- Am Abend des 4. Jänner kam eine 22-jährige Salzburgerin auf die Polizeiinspektion Rathaus um Anzeige wegen sexueller Belästigung und Diebstahl zu erstatten. Die Salzburgerin gab an, dass sie in der Silvesternacht am Residenzplatz von zwei unbekannten Männern unsittlich berührt wurde. Die Männer waren in einer Gruppe von acht bis zehn Personen, ausländischer Herkunft, unterwegs. Die Gruppe hat laut ihren Angaben die 22-Jährige bedrängt und das Handy gestohlen.

- Polizisten nahmen am 6. Jänner einen 24-jährigen afghanischen Staatsangehörigen fest, der um 2.45 Uhr eine 28-jährige Salzburgerin sexuell belästigte. Der Vorfall ereignete sich vor einem Lokal in der Innenstadt. Türsteher hielten den 24-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei fest.

- Am Abend des 6. Jänner langte bei der Polizei ein Mail mit ähnlichem Sachverhalt ein. Das Landeskriminalamt Salzburg hat die Ermittlungen übernommen.

- Am 7. Jänner 2016 wurde ein weiterer Fall bekannt. Ein 28-jähriger afghanischer Staatsangehöriger belästigte am 1. Jänner 2016 um 1:20 Uhr eine 58-jährige Salzburgerin am Residenzplatz sexuell. Der 28-Jährige wird angezeigt.

"Das Landeskriminalamt prüft derzeit, ob es organisierte Übergriffe gegeben hat oder sich Zusammenhänge zwischen einzelnen Tätern oder Tätergruppen ziehen lassen", sagte Polizeisprecherin Valerie Hillebrand am Donnerstag. In allen Fällen wurde Anzeige erstattet. Derartige Fälle mit ähnlichem Sachverhalt werden von jeder Polizeiinspektion entgegengenommen.

Frauen auch in Wien unsittlich berührt

Silvesterpfad, Wien, Silvester, Neujahr, viele Bes… Foto: KURIER/Gerhard Deutsch

Nachdem die Wiener Polizei nach Gerüchten um ähnliche Attacken gegen Frauen wie in der Silvesternacht in Köln am Donnerstag vorerst keine ähnliche gelagerte Anzeige vermeldet hatte, ist heute doch noch eine solche eingegangen. Drei miteinander befreundete Frauen wurden demnach laut ihren Aussagen vor einer Woche in der Leopoldstadt unsittlich berührt und bestohlen. Die Anzeige wegen des Verdachts auf Diebstahl und sexuelle Belästigung wurde in der Polizeiinspektion Pappenheimgasse erstattet. So sollen sich während der Silvesterfeiern bei einer öffentlichen Veranstaltung unbekannte Männer beim Tanzen mehreren Frauen genähert und sie unsittlich berührt haben.

   Zwei der Frauen bemerkten erst später, dass ihre Geldbörsen fehlten, eine weitere bemerkte, dass ihre Handtasche beschädigt worden war. Die Täter dürften durch die Berührungen ihre Opfer abgelenkt und die Zeit des Erstaunens und der Empörung ausgenützt haben, die Diebstähle zu begehen, hieß es vonseiten der Polizei. Pressesprecher Patrick Maierhofer betonte gegenüber der APA, dass der Exekutive eine solche Vorgehensweise bei Diebstählen bereits seit längerem bekannt ist. Auch Fälle, bei denen etwa Frauen ihre männlichen Opfer mit überschwänglichen Umarmungen ablenken und bestehlen, wurden in der Vergangenheit angezeigt. Im Zuge der Kriminalprävention wurde vor derartigen Diebstahlspraktiken gewarnt.

"Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein"

Indes wurde Kritik am Wiener Landespolizeipräsidenten Gerhard Pürstl laut, der in einem Interview mit den Worten zitiert wurde: "Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein, Angst-Räume meiden und in Lokalen keine Getränke von Fremden annehmen." Mehr dazu lesen Sie hier.

(apa/kurier) Erstellt am
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