© MarchGut

Ansichtssache
07/10/2016

Wiens größte Skulptur

Bildhauerei und Architektur liegen oft nah beieinander: Für das Duo "March Gut" bringt das kein Bauwerk besser zum Ausdruck als die Wotruba-Kirche auf dem Georgenberg.

von Claudia Elmer

Christoph March und Marek Gut vom Linzer Designbüro March Gut stellen ihr liebstes Bauwerk vor und erzählen, weshalb sie sich ausgerechnet für den skulpturalen Sakralbau, der zugleich die größte Skulptur Wiens darstellt, entschieden haben:

March Gut: "Aktuell arbeiten wir an der Gestaltung für die Landesausstellung in Salzburg. Dabei haben wir uns intensiv mit den Werken von Fritz Wotruba auseinandergesetzt und uns in seinem Entwurf für die Kirche in Wien Liesing wiedergefunden.

Wotruba war ein genialer österreichischer Bildhauer und gemeinsam mit dem Architekten Fritz Gerhard Mayr hat er in den 1970er-Jahren dieses fantastische Gebäude entworfen. Es besteht aus 152 rohen Betonblöcken, die unterschiedliche Größen und teils ein gigantisches Gewicht haben (der größte Block wiegt 142 Tonnen!). Im Inneren ergeben sich durch die verschachtelte Anordnung der Blöcke wunderschöne Lichteinfälle und Blicke ins Freie. Diese elementaren Formen haben uns stark beeindruckt, denn Funktion und Ästhetik wurden durch sein Schaffen als Bildhauer in Architektur transferiert.

Als Designer befinden auch wir uns oft an Schnittstellen. Wir arbeiten themenübergreifend mit Fachwissen zu Materialien, Innenräumen und Architektur. Da tauchen dann immer wieder neue Fragen auf, die uns zu neuen Ansätzen führen. In den letzten Jahren werden diese übergreifenden Projekte in der Baukunst und im Design immer wieder diskutiert. Die Wotruba-Kirche ist für uns daher ein schönes geschichtliches Beispiel, das zeigt, wie Architektur und Bildhauerei einen Konsens bilden."

Christoph March und Marek Gut studierten Industrial Design an der Kunstuniversität Linz. 2010 gründeten sie ihr gemeinsames Studio MARCH GUT. Grundlage für die beiden Designer ist eine interdisziplinäre und integrative Arbeitsweise, die im Austausch mit dem Kunden das Projekt und den Nutzer fokussiert. Sie bevorzugen das Arbeiten mit natürlichen Materialien und loten laufend deren Grenzen aus. Ihr Fokus liegt auf den Bereichen des Produkt- und Möbeldesigns. Zudem gestalten und kuratieren sie Ausstellungs- und Innenräume – zuletzt etwa die Schau „Designsalon“, eine Bäcker-Filiale in Linz oder den Heurigen „Weinblick“ im niederösterreichischen Feuersbrunn.

www.marchgut.com

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