"Vienna Design Week" startet am Freitag

"Vienna Design Week" startet am Freitag
In Wien finden über 100 bunt gemischte Veranstaltungen statt.

Eine Rad-WG, selbst gebaute Roboter und ein "Souvenir Transformation Center": Von 27. September bis 6. Oktober macht die siebente "Vienna Design Week" Design in vielfältiger Weise zum Thema. In ganz Wien und insbesondere im heurigen Schwerpunktbezirk Wieden finden über 100 bunt gemischte Veranstaltungen statt, darunter Workshops, Stadtführungen und Ausstellungen. Die diesjährige "Vienna Design Week" ist die letzte von den Direktorinnen Tulga Beyerle und Lilli Hollein gemeinsam geleitete, da Beyerle das Festival verlässt.

Die Festivalzentrale wird heuer in einer ehemaligen Schule in der Argentinierstraße 11 eingerichtet. In den ehemaligen Klassenzimmern sollen "jede Menge Ausstellungen und Präsentationen" zu sehen sein und täglich Vorträge angeboten werden. Ein Infopoint funktioniert als Informations-Drehscheibe, ein Pop-up-Café im ehemaligen "Elektrotechnikraum" und im verwilderten Garten davor soll Kommunikationszentrum für Besucher und Mitwirkende werden, mit Mittagsmenüs, Kaffeehaus- und Barbetrieb.

"Vienna Design Week" startet am Freitag
Besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf "Future Urban Mobility", einem "der großen Themen, die die Designwelt bewegen", wie Direktorin Hollein betonte. Der Frage, wie sich die Mobilitätsgewohnheiten der zukünftigen Städter verändern werden, gehen eine Ausstellung von Designstudenten, ein Vortragsabend und der Film "Urbanized" von Cary Hustwit nach. Aktive Beweglichkeit fordern zahlreiche Stadtführungen mit Schwerpunkt Design, bei der etwa Handwerksbetriebe, Galerien und Ateliers besucht werden. Bei den "Passionswegen", dem ältesten Programmpunkt des Festivals, entwickeln Designer in Zusammenarbeit mit österreichischen Produzenten neue Produkte, darunter mit Dampf erzeugte Initialen auf Traditionsbettwäsche.

Die übrigen Veranstaltungen zeigen höchst unterschiedliche Zugangsweisen zum Thema Design. Ein grundlegender Trend ist die Miteinbeziehung des Publikums, das etwa beim Roboterbau helfen kann oder unnötige Objekte mit nostalgischem Wert in einem "Souvenir Transformation Center" umwandeln kann. Speziell die fünf Projekte der Schiene "Stadtarbeit" zielen auf eine Neugestaltung urbaner Räume ab, wobei häufig die Unterstützung der Besucher vonnöten ist. Ungewöhnlich ist etwa Vera Wiedermanns Projekt "Biomat Restaurant", bei dem Gäste des Lokals "Aromat" organischen Abfall zur Biogaserzeugung mitbringen sollen und dafür weniger zahlen. Wiedermanns Vision ist eine energieautarke Küche.

Die "Vienna Design Week" hat in diesem Jahr gemeinsam mit dem stilwerk Wien erstmals den "Vienna Design Herbst" initiiert, der bis November das Thema Design in Wien fokussieren soll. Das Festival sei nicht immer die geeignete Plattform für diejenigen, die mit Design handeln, so Hollein, weshalb dieser lokalen Szene zu "einer anderen Sichtbarkeit, die mehr dem Geschäftsalltag entspricht", verholfen werden soll. Eine weitere Neuerung wird es 2014 geben, wenn Mitbegründerin Lilli Hollein das Design-Festival erstmals alleinverantwortlich leitet, da ihre Direktorinnenkollegin Tulga Beyerle die "Vienna Design Week" nach sieben gemeinsamen Jahren verlässt.

Auch wenn es inzwischen schwieriger geworden sei, Sponsoren zu finden, meinte Hollein: "Es läuft sehr gut." Sie kann auf eine kontinuierliche Besuchersteigerung von 12.000 im ersten Jahr bis zu 37.000 im Vorjahr verweisen. Die Direktorin bilanzierte: "Wir sind unseren selbstgesteckten Zielen, erstens eine Plattform für österreichische Designschaffende zu kreieren, und zweitens, das Festival international zu positionieren, schon sehr nahe gerückt. Was wir uns bei der Gründung erträumt haben, ist inzwischen in der ganzen Stadt zu sehen."

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