Wohnen 02.01.2013

Shabby Chic: Wohnwelten zum Wohlfühlen

Kein anderer Einrichtungsstil ist so kuschelig und dabei auch noch kostengünstig wie der Shabby Chic. Lassen Sie sich von diesen Wohnbeispielen inspirieren.

Wo das Gebrauchte und Ramponierte mit zarten Pastelltönen verschmilzt, wo Omas Lieblingsstücke mit modernen Einzelteilen kombiniert werden, wo grobe Textilien mit feiner Spitze harmonieren – da ist Shabby Chic zu Hause.

Wer sich so einrichten möchte, braucht einen Hang zur Nostalgie, viel Liebe zum Detail und ein Gespür für die Schönheit des Unvollkommenen. Die Engländerin Rachel Ashwell hat all das und gilt heute als Begründerin des Shabby-Chic-Stils. Sie eröffnete bereits 1989 ein kleines Geschäft, in dem sie „schöne Dinge“ verkaufte. Heute führt die Einrichtungsexpertin Geschäfte in Los Angeles, New York, Texas und London. In ihrem neuen Werk „Shabby Chic – Das große Inspirationsbuch“ zeigt sie anhand von zwölf Privathäusern in Großbritannien und den USA, wie dieser besondere Stil funktioniert.

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Eines davon ist ein Cottage in Somerset, im Südwesten Englands. Hier lebt Pearl Lowe mit ihrem Mann Danny Goffey, dem Schlagzeuger der Band Supergrass und den drei gemeinsamen Kindern. Ihre älteste Tochter, das Model Daisy Lowe, lebt in London, hat aber auch ein Zimmer im Familiennest. Eine ramponierte und wieder aufpolierte Kommode, ein alter Vogelkäfig als Dekoration, zarte und matte Farben, eine Mischung aus Streifen- und Blütenmustern auf dem Bett: Hier sind die klassischen Shabby-Chic-Elemente vereint und sorgen für verhaltene Eleganz, eine feminine Note und ganz viel Gemütlichkeit. Der perfekte Rückzugsort, um sich vom Laufsteg und dem Londoner Szeneleben zu erholen.
Photography by Trevor Tondro of  Sandy Foster and …
Photography by Trevor Tondro of Sandy Foster and her husband, Todd on their property in Delhi, New York. © Bild: Trevor Tondro
In den Catskill Mountains, im US-Bundesstaat New York, hat Sandy Forster aus einer einfachen Jagdhütte ein romantisches Lebkuchenhäuschen ganz in Weiß geschaffen und sich damit einen Kindheitstraum erfüllt: Die Vintage-Bücher im Regal tragen pastellfarbene Umschläge, fragile Girlanden aus Papiertüchern rahmen die Fenster ein, Leintücher und opulente Pölster machen aus dem langweiligen Sofa aus dem Möbelhaus einen gemütlichen Rückzugsort. Das Tüpfelchen auf dem I ist der Kronleuchter vom Flohmarkt.
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Wer Shabby Chic mit Weissin all seinen Facetten assoziiert, ist mit Annalisa Colaianni Evangelisti, besser bekannt als Lisa Libelle, auf einer Wellenlänge. In ihrem Buch „Wohnträume in Weiß“ zeigt die Autorin und Fotografin, wie man die verschiedenen Nuancen – von Elfenbein über Buttermilch bis Creme – in den eigenen vier Wänden einsetzt und mit einem gemäßigten Shabby Chic, Landhaus-Stil und nordischen Elementen kombiniert. Seit einigen Jahren teilt sie ihre Wohnträume, Alltagserlebnisse und Bilder mit Gleichgesinnten in ihrem Blog (www.lisalibelle.com).

Weiß steht für Eleganz, Ruhe und Klarheit. Es reflektiert das Licht, ist erfrischend und beruhigend gleichzeitig. Der Vorteil beim Einrichten: Helle Möbel und Accessoires lassen kleine Räume größer wirken. Und falls es doch einmal zu langweilig wird, kann man mit wenigen Handgriffen und einem einzigen Farbtupfer die Stimmung im Raum sofort verändern.

Weiße Decken, Hussen, Kissen oder Accessoires mit Spitzen, Perlen und Häkelbordüren sind perfekt für den romantisch-nostalgischen Einrichtungsstil. Wer nicht selbst häkeln kann, findet auf dem Flohmarkt bestimmt verschiedene Spitzen- oder Häkelbordüren. „Alte Spitze lässt sich wunderbar mit altem Schmuck kombinieren“, so Libelle. Für eine romantische Vintage-Dekoration rät sie: „Arrangieren sie Medaillons, alte Postkarten und kleine Accessoires mit Spitze zusammen.“

Auch ein Blick in den Kleiderkasten lohnt sich: Röcke und Kleider mit Volants und Rüschen können an einem Schrank oder einer Tür aufgehängt sehr dekorativ wirken. Für Libelle sind auch schöne Gedanken zu schade, um sie in nur einem Notizbuch festzuhalten. Sie schreibt auch gerne auf die Türen, Spiegel, Wände und Fußböden.

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Shabby Chic muss nichtverspielt, romantisch und hell sein. Es geht auch anders: Rachel Ashwell beweist, dass der Einsatz von kräftigen Farben und ein gelungener Shabby-Look kein Widerspruch sein muss.

In ihrem Buch zeigt die Einrichtungsexpertin auch ihr neues Bed & Breakfast „The Prairie“ in Texas. Sie hat sich damit vor Kurzem den Traum von einem eigenen, kleinen Hotel erfüllt.

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„Die dunkle Damasttapete fand ich vor – und entschied mich, zu meiner eigenen Überraschung, sie an der Wand zu lassen“, so Ashwell. Die Sofas aus ihrer eigenen Kollektion schaffen in Verbindung mit den vergoldeten und samtbezogenen Sesseln eine opulente Atmosphäre. Spitzenvorhänge, verblichener Chintz, ein fleckiger Spiegel und der ramponierte Tisch machen den Shabby Chic perfekt.
( Kurier ) Erstellt am 02.01.2013