Rudolf Steiner: Ein Alchimist im MAK

Mit seiner esoterischen Weltanschauung beeinflusste er die Wissenschaften. Das MAK widmet Rudolf Steiner nun eine umfassende Ausstellung.

Rudolf Steiner zählt zu den einflussreichsten Reformern des 20. Jahrhunderts. Er entwickelte die Anthroposophie, eine esoterische Weltanschauung, die von einem ganzheitlichen Weltbild ausging. Seine innovativen Ansätze finden auch heute noch Anwendung. So hatte seine Lehre Einfluss auf die Waldorf-Pädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft, aber auch auf die Kunst, die Medizin und die Religion.

Im Bild: Rudolf Steiner, Baustelle des Ersten Goetheanum, 1914 Die Ausstellung "Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags" ist die erste große Retrospektive in Österreich.  Das MAK widmet sich anlässlich des 150. Geburtstags von Steiner seinem umfassenden Werk.

Im Bild: Rudolf Steiner, Erstes Goetheanum, 1913-1922 Der Esoteriker und Philosoph wurde 1861 in Kroatien geboren und starb 1925 in der Schweiz. Von 1879 bis 1890 verbrachte er seine Studienjahre in Wien.

Im Bild: Rudolf Steiner, 1905 Kontrovers diskutiert wurde sein Betonbau des zweiten Goetheanums in Dornbach bei Basel. Damit hinterließ er einen weithin sichtbaren Meilenstein der Architektur.

Im Bild: Rudolf Steiner, Zweites Goetheanum, Südansicht, 1928 Steiner wurde als "Esoteriker" und "Quacksalber" belächelt und wegen rassistischer und antisemitischer Interpretationen kritisiert. Trotz allem erfährt sein Werk eine Renaissance.

Im Bild: Rudolf Steiner, Zweites Goetheanum, Westfassade, 2010 Im MAK werden 45 Möbel, 46 Modelle, 18 Skulpturen sowie mehr als 100 Originalzeichnungen und -pläne ausgesellt. Zusätzlich sind Plakate zu sehen und wird die Korrespondenz von Rudolf Steiner mit Else Lasker-Schüler, Franz Kafka, Piet Mondrian oder Richard Neutra gezeigt. 

Im Bild: Rudolf Steiner, sogenannter Stuttgarter Stuhl, 1911 Neben Joseph Beuys werden 13 weitere zeitgenössische Künstler, Architekten und Designer wie Olafur Eliasson, Herzog & de Meuron, Konstantin Grcic oder Jerszy Seymore in die Ausstellung miteinbezogen. 

Im Bild: Konstantin Grcic, Chair One, 2001 Diese Künstler wurden bisher kaum in diesem Kontext angesiedelt und interpretiert.

Im Bild: Oswald Dubach (zugeschrieben), Armlehnstuhl, ca. 1935 Die Schau ist gegliedert in die Kapitel "Kontext", "Metamorphosen" und "Praxis". Sie stellt damit Bezüge zu gesellschaftlichen und künstlerischen Strömungen jener Zeit her. 

Im Bild: Rudolf Steiner, Eurythmiefiguren, 1922 "Die Ausstellung", erklärt Martina Kandeler-Fritsch, interimistische Geschäftsführerin des MAK, "ermöglicht einen unvoreingenommenen Blick auf Steiners universalistisches Schaffen und zeigt seine Impulse für zeitgenössische Kunst, Architektur und Design."

Im Bild: Rudolf Steiner, Bühnenbild für das Mysteriendrama "Die Pforte der Einweihung, 1935 Das von Steiner neu begründete Weltbild der Anthroposophie, betrachtet den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen und stellt das "Ich" in den Mittelpunkt.

Im Bild: Rudolf Steiner und Hermann Ranzenberger, Bett und Kommode für das Haus Duldeck, ca. 1917 Unter den Höhepunkten der Ausstellung sind ein monumentales Modell des Goetheanums sowie zwei polygonale Farbkammern zu finden, die 1913 von Steiner entworfen und für die Ausstellung eigens als begehbare Räume nachgebildet wurden.

Im Bild: Max Benzinger, Modell einer Farbkammer in Violett (nach Angaben Rudolf Steiners), ca 1913 In der Ausstellung sind auch "Wandtafelzeichnungen" von Steiner zu sehen. Sie zeigen die Bandbreite der komplexen Vorträge, die seine eigene Evolutionstheorie ebenso wie die "Lösung der sozialen Frage" oder Anleitungen zur Landwirtschaft beinhalten.

Im Bild: Rudolf Steiner, Wandtafelzeichnung "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft", 14.6.1924 Die Ausstellung "Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags" wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt.

Im Bild: Rudolf Steiner, Eurythmiehäuser, 1921 Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:

"Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags"
herausgegeben von Mateo Kries und Alexander von Vegesack
Vitra Design Museum, Weil am Rhein, 2011

erhältlich im MAK Design Shop

Im Bild: Rudolf Dörfler/Artolux, Pendelleuchten aus Acrylglas, hergestellt seit den 1970er Jahren Ausstellung
"Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags"
MAK, 
Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien

22. Juni bis 25. September
Mittwoch bis Sonntag: 10 - 18Uhr
Dienstag: MAK NITE 10 - 24 Uhr
Montag geschlossen

Im Bild: Rudolf Steiner, Entwurf für das Mittelmotiv der kleinen Kuppel des ersten Goetheanums, 1914
(KURIER) Erstellt am
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