Wohnen
06.09.2017

Porzellan und Keramik im Augarten

Sie sind offen für Neues und schätzen zugleich die alte Handwerkstradition? Dann sind Sie bei „Keramik und Porzellan“ richtig: Drei Tage lang geben Künstler aus Österreich und den Nachbarländern einen Einblick in ihr Schaffen.

Mittendrin in der brachialen Schönheit des Augartens liegt die gleichnamige Wiener Porzellanmanufaktur. Diese verwandelt sich heuer bereits zum dritten Mal in eine Bühne für Besonderes: Unweit der Flaktürme, jene Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg die dem Park im zweiten Bezirk sein charakteristisches Aussehen verleihen, präsentieren Kreative einen Querschnitt moderner Tonkunst.

Künstler aus dem In- und Ausland zeigen von 22. bis 24. September zeitgenössische Tendenzen – auf einer Fläche von über 700 Quadratmeter, in und vor dem Manufakturgebäude. Die Liste der Aussteller reicht weit: Von der Mühlviertler Keramikerin Christine Mittermayr über die italienische Künstlerin Livia Marasso und der bayerischen Schmuckdesignerin Anne Menzel bis hin zur Wiener Porzellanmalerin Brigitte Riedl.

Zu sehen gibt es allerhand – jedoch ausschließlich handverarbeitete Einzelstücke oder Kleinserien: Kunstobjekte, filigrane Porzellanfiguren, Tafelschmuck oder hochwertiges Gebrauchsgeschirr – wie etwa die Teller-Kollektion von Silvia Stocker, einer Absolventin der New Design University St. Pölten. Ebenfalls zu sehen sind alte Techniken wie Erd-, Raku- und Rauchbrand – beispielsweise von Fabian Grünstäudl, der kreative Kopf hinter FAB-Keramik oder von Josef Wieser, der aus selbst gegrabenen Lehmen und Tonen zeitlos elegante Gebrauchskeramik formt. Grund zur Freude haben auch Fans von Rosemarie Benedikts Tierfiguren: Die Künstlerin präsentiert im Augarten erstmals neue Raku-Arbeiten.

Darüber hinaus gibt es den ein oder anderen Newcomer zu entdecken. Dem kreativen Potenzial von Ton widmeten sich etwa 16 Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien: In Zusammenarbeit mit dem Keramikstudio wurde heuer erstmals ein Künstlerwettbewerb ausgerufen. Gesucht werden Entwürfe für eine Damenspende, die beim Ball des Techniker Cercle 2019 verschenkt werden soll. Die eingereichten Exponate werden bei der Ausstellung im Augarten präsentiert. Außerdem wird der Gewinner bekanntgegeben.

Rahmenprogramm zum Mitmachen

Daneben bieten die Veranstalter ein dichtes Rahmenprogramm. Die Mitarbeiter der Manufaktur lassen sich etwa bei der Arbeit über die Schulter blicken. Besucher können an Führungen durch die Produktionsstätte teilnehmen und beim Malen oder Bossieren, dem Zusammensetzen der Einzelteile zu einem Gesamtkunstwerk, zusehen (Anmeldung unter Tel. 01/ 211 24 201).


Wer möchte ist auch eingeladen, selbst aktiv zu werden und sich tatkräftig mit dem „weißen Gold“ auseinanderzusetzen: Am Sonntag etwa können Besucher zwischen 14 und 18 Uhr zum Pinsel greifen und unter fachkundiger Anleitung Porzellan bemalen. Am Freitag besteht zwischen 14 und 16 Uhr die Möglichkeit, den Wert mitgebrachter Wiener Porzellane von der Expertin Claudia Lehner-Jobst schätzen zu lassen.